Parlamentswahl Albanien: Geringe Wahlbeteiligung

Am Morgen haben in Albanien die Parlamentswahlen begonnen. Erste Wahllokale öffneten ihre Türen bereits um 7 Uhr, doch der Andrang ist verhalten. Bis 10 Uhr hatten gerade mal 12 Prozent der 3,5 Millionen Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben.

Den regierenden Sozialisten und ihrem Chef Edi Rama werden gute Chancen auf einen erneuten Wahlsieg eingeräumt. Umfragen gehen davon aus, dass seine Partei nicht die nötigen 70 Sitze für eine absolute Mehrheit im Parlament bekommt.

Zu den Erfolgen der amtierenden Regierung gehört das Wirtschaftswachstum: 2016 waren es 3,45 Prozent Wachstum im Vergleich zu 0,97 Prozent im Jahr 2013. Es gelang ihnen jedoch nicht, die versprochenen 300.000 Jobs zu schaffen und den Gesundheitssektor für ältere Menschen kostenfrei zu machen.

Größter Konkurrent ist Demokratische Partei und ihr Parteichef Lulzim Basha, die ebenfalls die Mehrheit im Parlament anstrebt.

Beide Parteien sind zutiefst miteinander zerstritten; doch sie streben einen Beitritt des Balkanstaates zur Europäischen Union an. Eine weitere schwierige Aufgabe für die neue Regierung wird es sein, die Justiz zu reformieren, eine Voraussetzung für die Mitgliedschaft in der EU.

Die ersten Wahlergebnisse werden nach dem Schließen der Wahllokale um 19 Uhr erwartet. Das offizielle Endergebnis soll am Montagmorgen vorliegen. Die diesjährigen Wahlen werden vom europäischen Ausland aufmerksam verfolgt, zuvor hatte es immer wieder Wahlunregelmäßigkeiten und gewalttätige Ausschreitungen gegeben.