Parlamentarische Anfrage: Diplomaten dieser Länder sind die schlimmsten Verkehrssünder

Ein Dilplomat aus Saudi-Arabien hatte im Juni a der Hermannstraße einen schweren Verkehrsunfall verursacht. Ein 55-jähriger Radfahrer starb

Unter den diplomatischen Vertretungen fallen China und Saudi-Arabien am häufigsten negativ im Straßenverkehr der Hauptstadt auf. Das geht aus der Antwort der Innensenatsverwaltung auf eine parlamentarische Anfrage der CDU hervor. Demnach kam es im vergangenen Jahr insgesamt zu 22.882 Ordungswidrigkeiten wie Falschparken oder überhöhter Geschwindigkeit von Autos mit Diplomatenkennzeichen.

Auf Platz drei der meisten Verstöße kam Russland. Konsequenzen müssen die Verursacher nicht befürchten: Wegen der diplomatischen Immunität gibt es keine Strafverfolgung. Hätten Buß- oder Verwarngelder verhängt werden können, wären genau 374.895 Euro zusammengekommen.

Zahl der erfassten Ordnungswidrigkeiten geht zurück

Wagen des Diplomatischen Corps sowie internationaler Organisationen waren 2016 in 60 Verkehrsunfälle verwickelt. Dabei wurden drei Menschen schwer und 25 leicht verletzt. In 31 Fällen wird Unfallflucht vermutet. Die Verfahren seien ebenfalls wegen der Immunität eingestellt worden.

Erst Mitte Juni hatte ein Unfall mit einem Diplomatenauto aus Saudi-Arabien Aufsehen erregt. Ein 55-jähriger Radfahrer war gegen die plötzlich geöffnete Tür des Wagens gefahren und hatte sich bei dem Sturz tödlich verletzt.

Laut Innenverwaltung ging die Zahl der erfassten Ordnungswidrigkeiten verglichen mit 2015 um 1236 Fälle zurück (2015: 24.118).

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