Pariser Louvre bleibt aus Furcht vor Coronavirus geschlossen

Louvre öffnet nach Virus-Furcht wieder für Besucher

Der Pariser Louvre bleibt aus Angst der Mitarbeiter vor dem Coronavirus vorerst geschlossen: Die Angestellten des meistbesuchten Museums der Welt legten am Montag den zweiten Tag in Folge die Arbeit nieder, wie ein Mitglied der Gewerkschaft CGT mitteilte. Die Louvre-Leitung rief Touristen mit gebuchten Tickets auf, per E-Mail eine Erstattung zu beantragen. Vor dem Museum warteten dutzende Menschen im Regen vergeblich auf Eintritt.

In Frankreich haben Angestellte ein sogenanntes Rückzugsrecht von ihrer Arbeit, wenn eine "schwere und unmittelbare Gefahr für ihr Leben oder ihre Gesundheit" besteht. Von diesem Recht machten die Louvre-Mitarbeiter wie schon am Sonntag Gebrauch.

Das französische Gesundheitsministerium erklärte dagegen, die Schließung des Louvre oder eines Freizeitparks wie Disneyland seien aus Sicht der Regierung "nicht erforderlich". Dort seien Menschen nicht eng zusammengedrängt, sodass die Übertragungsgefahr nicht groß sei.

Die französischen Behörden hatten am Wochenende alle Veranstaltungen mit mehr als 5000 Teilnehmern bis auf Weiteres untersagt. Betroffen waren unter anderem die Pariser Landwirtschafts-Ausstellung und die Immobilienmesse Mipim im südfranzösischen Cannes. Auch der Pariser Halbmarathon am Sonntag mit rund 44.000 erwarteten Läufern wurde abgesagt. Fußballspiele sollen dagegen weiterhin stattfinden.

Am Montag wurde auch die internationale Pariser Buchmesse "Livre Paris" abgesagt, die vom 20. bis zum 23. März stattfinden sollte. Dazu wurden mehr als 160.000 Menschen aus mehr als 50 Ländern erwartet. Frankreich zählte nach Angaben des Gesundheitsministeriums bisher 130 Infizierte. Zwei davon starben, darunter ein 80-jähriger Tourist aus China.