Paris und Rom ringen um Großwerft für Kreuzfahrtschiffe

dpa-AFX

PARIS (dpa-AFX) - Die Regierungen in Paris und Rom ringen um die Zukunft der Großwerft STX France, die für große Kreuzfahrtschiffe bekannt ist. Die neue französische Regierung des konservativen Premiers Edouard Philippe tritt dafür ein, den Anteil des italienischen Fincantieri-Konzerns auf 50 Prozent zu begrenzen. Wirtschaftsminister Bruno Le Maire drohte am Mittwoch im Nachrichtensender Franceinfo damit, der französische Staat könnte beim Scheitern einer Kompromisslösung von seinem Vorkaufsrecht Gebrauch machen. Das Unternehmen habe eine strategische Bedeutung.

Le Maires italienischer Amtskollege Pier Carlo Padoan nahm die Aussage mit Bedauern zur Kenntnis. Nach Angaben der Zeitung "Le Monde" stand STX France in St. Nazaire an der Atlantikküste im vergangenen Jahr zum Verkauf, nachdem das südkoreanische Mutterunternehmen STX insolvent geworden war. Fincantieri sei der einzige Interessent gewesen. Schon unter Präsident François Hollande, der im Mai aus dem Amt geschieden war, sei über die Modalitäten der Übernahme verhandelt worden.