Paris organisiert vierte Libanon-Konferenz in einem Jahr

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Das zerstörte Hafengebiet in Beirut im Juli 2021

Zum vierten Mal binnen eines Jahres organisiert Frankreich eine internationale Hilfskonferenz für den Libanon. Sie soll am 4. August in Zusammenarbeit mit der UNO stattfinden, wie das Außenministerium in Paris am Freitag mitteilte. Der 4. August ist der erste Jahrestag der verheerenden Explosion im Hafen der libanesischen Hauptstadt Beirut.

Bei der Katastrophe waren mehr als 200 Menschen getötet worden, mindestens 6500 weitere wurden verletzt und weite Teile Beiruts verwüstet. Explodiert waren rund 2750 Tonnen Ammoniumnitrat, das jahrelang ungesichert im Hafen lagerte.

"Die Lage im Libanon verschlechtert sich von Tag zu Tag", erklärte das französische Außenministerium. Nach Angaben der Weltbank steckt der Libanon in einer der weltweit schwersten Wirtschaftskrisen seit Mitte des 19. Jahrhunderts.

Zudem hielten die Verantwortlichen das Land "seit Monaten willentlich in einer politischen Blockade", betonte das Ministerium. Der designierte libanesische Ministerpräsident Saad Hariri hatte den Versuch einer Regierungsbildung nach rund neunmonatigen Bemühungen am Donnerstag aufgegeben.

Frankreich dringt immer wieder auf die Bildung einer "glaubwürdigen" Regierung im Libanon. Beide Länder haben historisch enge Beziehungen: Ab 1920 erteilte der Völkerbund Frankreich ein Mandat für den Libanon und Syrien. Seitdem sind Teile der Bevölkerung Frankreich stark verbunden.

Bei der letzten virtuellen Libanon-Konferenz im Juni sagten rund 20 Staaten Nothilfen in nicht genannter Höhe für die libanesische Armee zu. Deutschland unterstützt den Libanon seit der Explosionskatastrophe mit mehr als 20 Millionen Euro.

lob/cp

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