Paris begrüßt Entscheidung zur Lieferung von Leopard-Panzern an die Ukraine

Nach der deutschen Entscheidung zur Lieferung von Leopard-Kampfpanzern an die Ukraine hat die französische Regierung ihre Zurückhaltung mit Blick auf die mögliche Lieferung französischer Leclerc-Panzer bekräftigt. "Wir analysieren das weiter gemeinsam mit dem Verteidigungsministerium", sagte Premierministerin Elisabeth Borne am Mittwoch im Senat. "Die Unterstützung der Ukraine beschränkt sich ja nicht nur auf diese oder jene Ausrüstung", fügte sie hinzu.

"Nichts ist ausgeschlossen", sagte Borne und bekräftigte die Argumente, die Präsident Emmanuel Macron bereits genannt hatte: "Die Hilfe darf nicht zu einer Eskalation führen, und sie muss nützlich und schnell effizient sein", sagte Borne. Das bedeute vor allem, das ukrainische Soldaten ausgebildet sein müssten, "um die Ausrüstung einsatzfähig zu halten". "Außerdem dürfen wir unsere eigenen Verteidigungsfähigkeiten nicht stark schwächen, vor allem die wichtigen", erklärte sie.

Frankreich verfügt über insgesamt etwa 220 Leclerc-Kampfpanzer, die nach und nach überholt werden sollen. Im Rahmen des Nato-Einsatzes in Rumänien hat Frankreich derzeit 13 Leclerc-Panzer im Einsatz. Der 56 Tonnen schwere Panzer kann im Fahren bis zu sechs Geschosse in einer Minute abfeuern, die eine Reichweite von bis zu vier Kilometern haben.

Die ersten Leclerc wurden 1993 gebaut. Seit 2008 ist die Produktion eingestellt. Frankreich setzt bei seiner Verteidigung stärker aus die nukleare Abschreckung als auf Kampfpanzer. Die Leclerc-Panzer waren bisher unter anderem im Libanon und im Baltikum im Einsatz.

Borne begrüßte - wie zuvor bereits der Elysée - die Berliner Entscheidung. "Dies wird die militärischen Fähigkeiten der Ukraine verbessern", sagte sie. Frankreich sei in dieser Hinsicht "sehr reaktiv" gewesen. "Präsident (Macron) hat eine Dynamik angestoßen, indem er die Lieferung von AMX10 RC (leichten Kampfpanzern) angekündigt hat", sagte Borne.

kol/ck