Paradies Kleingarten: Die neue Lust auf ein Leben als Laubenpieper

Wie Sie an eine Parzelle kommen – und warum viele Kleingärten in Gefahr sind.

Große Obstbäume und spielende Kinder, Streit um zu hohe Hecken und zu laute Grillabende – in Hamburgs Schrebergarten scheint die Zeit seit Jahrzehnten stillzustehen. Doch der Schein trügt. Es ändert sich gerade sehr viel. Junge Familien ziehen ein, wollen ihren Kindern ein Stück Natur bieten, ohne aus der Stadt rausziehen zu müssen. Andere wollen als Selbstversorger Tomaten und Salat anpflanzen. Doch während die Nachfrage steigt, schrumpft das Angebot. Immer mehr Schrebergärten müssen dem Wohnungsbau weichen, werden verkleinert oder an den Stadtrand verlagert. Die MOPO analysiert das Phänomen „Schrebergarten“.

Wer springt am höchsten? Fröhlich toben Bente (8), Alva (5) und ihre Freunde auf dem Trampolin. Mama Nadine Kraft (42) sitzt derweil entspannt am Gartentisch und klönt mit Freunden, die zu Besuch gekommen sind. Auf die Kinder muss sie hier in ihrem Kleingarten beim Verein Wasserturm nahe Hagenbecks Tierpark nicht aufpassen. 

Die Kartoffeln und Bohnen sind längst gegossen, der Rasen ist gemäht. Überall um sie herum blühen Sträucher und Blumen. Kraft ist Journalistin, wohnt in Hoheluft: „Wir haben uns den Garten vor acht Jahren zugelegt, weil ich keine Lust auf staubige Spielplätze im Zentrum hatte“, erzählt sie. Ihre Kinder sollen den Kreislauf der Natur kennenlernen. Deshalb bauen sie auch Gemüse an. Kartoffeln, Bohnen, Salat und Kräuter. In der Saison kommen sie mindestens ein Mal pro Woche vorbei.

Vielen Familien in Hamburg geht es so wie den Krafts. Sie sehnen sich nach einem eigenen Stück Natur und wollen den Kindern zeigen, wie Obst und Gemüse wachsen. Und zwar ohne aus ihrer zentralen Stadtwohnung aufs Land ziehen zu müssen. Ein Glück für die 311 Schrebergartenvereine, die vor Jahren noch große Sorgen vor Überalterung hatten.

Der Generationenwechsel bei den 43.000 Mitgliedern ist jetzt voll im Gange. So wünschen sich einer Studie der Umweltbehörde zufolge immer mehr Menschen im Alter ab 35 Jahren einen eigenen Kleingarten. Aktuell gibt es etwa 33.000 Parzellen.

Besonders begehrt sind die citynahen Anlagen in Altona, Eimsbüttel und die südlichen Bereiche des Bezirks Nord. Da schmoren Bewerber schon mal mehr als ein Jahr auf den Wartelisten – und auch dann klappt es am besten, wenn man sich beim zuständigen Verein penetrant in Erinnerung bringt. „Am...Lesen Sie den ganzen Artikel bei mopo