Papst ruft in Weihnachtsbotschaft zu "Frieden für Jerusalem" auf

Der Papst spendet den Segen "Urbi et Orbi"

Papst Franziskus hat in seiner Weihnachtsbotschaft zu "Frieden für Jerusalem und für das ganze Heilige Land" aufgerufen. Trotz wachsender Spannungen zwischen Israelis und Palästinensern hoffe er darauf, dass sich bei den Konfliktparteien der "Wille zu einer Wiederaufnahme des Dialogs" durchsetzen werde, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche am Montag vor zehntausenden Gläubigen im Vatikan.

Franziskus äußerte die Hoffnung, im Nahost-Konflikt doch noch eine "Verhandlungslösung" zu finden, die eine "friedliche Koexistenz zweier Staaten" ermöglichen werde. "Der Herr möge auch die Bemühungen derer unterstützen, die in der internationalen Gemeinschaft den guten Willen haben, jenem geplagten Land beizustehen, dass es trotz der schwerwiegenden Hindernisse zur langersehnten Eintracht, Gerechtigkeit und Sicherheit finde", fügte der Papst hinzu.

Seit der umstrittenen Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen und die US-Botschaft von Tel Aviv dorthin zu verlegen, ist die Lage in Israel und den Palästinensergebieten stark angespannt. Bei Protesten wurden seither mindestens zwölf Palästinenser getötet.

Der Status von Jerusalem ist eine der heikelsten Fragen im Nahost-Konflikt. Israel wie auch die Palästinenser beanspruchen Jerusalem als ihre Hauptstadt. Kritiker werfen Trump vor, mit seiner Entscheidung für Jerusalem als israelische Hauptstadt die Friedensbemühungen im Nahost-Konflikt weiter erschwert zu haben.

Der Papst richtete sich am ersten Weihnachtsfeiertag von der Loggia des Petersdoms aus an die Gläubigen in aller Welt und spendete anschließend den feierlichen Papstsegen "Urbi et Orbi" ("Der Stadt und dem Erdkreis").

In seiner Weihnachtsbotschaft rückte der Papst das Leid der Kinder in den "Kriegsstürmen" in aller Welt in den Mittelpunkt, neben dem Nahen Osten ging er auch auf die Konflikte in Syrien, im Irak, im Jemen, im Südsudan und in Venezuela ein. Er rief außerdem dazu, die Gegensätze auf der koreanischen Halbinsel zu überwinden, damit dort "im Interesse der ganzen Welt" das "gegenseitige Vertrauen" wachsen könne.