Papst: "Rohingya" sagt er nicht

Papst Franziskus hat in Myanmar die Achtung der Menschenrechte angemahnt, aber das Wort “Rohingya” nicht in den Mund genommen. Der Heilige Vater traf in der Hauptstadt Naypyidaw mit Friedensnobelpreisträgerin und De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi zusammen. Im Kongresszentrum sprach er vor hohen Militärs und Diplomaten.

Er sagte: “Die Zukunft Myanmars muss der Friede sein, ein Friede, der auf der Achtung der Menschenwürde und der Rechte aller Menschen des Landes aufbaut. Die Achtung aller ethnischen Gruppen, für alle Menschen. Die Achtung der Gesetze eines Rechtsstaates und der demokratischen Ordnung, damit jede Gruppe ihren Beitrag zum Wohle aller leisten kann.”

600.000 Angehörige der muslimischen Rohingya-Minderheit sind in den vergangenen Monaten aus Myanmar geflohen. Das Land, in dem jahrzehntelang eine Militärjunta an der Macht war, steht wegen der Verfolgung der Rohingya in den Schlagzeilen.

Im August hatte sich der Papst noch explizit gegen die Verfolgung so wörtlich “unserer Rohingya-Brüder und -Schwestern” ausgesprochen. Allerdings war das im Vatikan und nicht in Myanmar

Ich hoffe, dass mein Besuch die ganze Bevölkerung Myanmars einschließt und zum Bau einer inklusiven Gesellschaft ermutigen kann.— Papst Franziskus (@Pontifex_de) 28 novembre 2017

Der Erzbischof von Rangun, Kardinal Charles Maung Bo, ein Salesianer, hat den Papst offenbar gebeten, die Rohingya nicht direkt zu erwähnen. In Myanmar gibt es etwa 650.000 Katholiken, eine kleine Gemeinde. Myanmar, das frühere Birma, hat 54 Millionen Einwohner. Die Rohingya haben kein Recht auf die Staatsbürgerschaft. Von vielen in Myanmar werden sie als Eindringlinge aus Bangladesch angesehen. Auch gab es Übergriffe der Rohingya auf Kinder, Frauen und Männer in der Rakhine-Provinz.

Il n’a pas nommément utiliser le terme Rohingya car le Cardinal Bo, archevêque de Rangoon, le lui avait demandé lorsqu’il est venu rencontrer le Pape quelque jours avant son départ pour la Birmanie. Lire https://t.co/n9MfJWlCgy— BellefontRM (@BellefontRm) 28 novembre 2017