Papst mahnt zum Frieden in Venezuela

Der Papst bei der Abschlussmesse in Cartagena

Angesichts der Spannungen in Venezuela hat Papst Franziskus die Verantwortlichen zum Frieden ermahnt. Das katholische Kirchenoberhaupt sagte am Sonntag (Ortszeit) zum Abschluss seiner Kolumbien-Reise, alle Seiten müssten der Gewalt abschwören und die schwere politische Krise lösen. In den vergangenen Monaten waren tausende Venezolaner in das Nachbarland Kolumbien geflohen.

Franziskus betonte, unter der Krise in Venezuela litten "vor allem die Ärmsten und die am meisten Benachteiligten der Gesellschaft". Der Vatikan hatte im vergangenen Jahr erfolglos versucht, zwischen der Regierung von Präsident Nicolás Maduro und der Opposition zu vermitteln. Inzwischen hat Maduro das von der Opposition beherrschte Parlament weitgehend entmachtet. Kritiker werfen ihm vor, eine Diktatur zu errichten. Bei Protesten gegen seinen Kurs wurden seit April 125 Menschen getötet.

Franziskus hatte zu Beginn seiner fünftägigen Kolumbien-Reise auch Vertreter der venezolanischen Bischofskonferenz getroffen. Sie sprachen nach eigenen Angaben auch die Verfolgung von Oppositionsführern durch die Regierung in Caracas und Drohungen gegen Kirchenvertreter an. Der Vatikan äußerte sich dazu jedoch nicht.

Der Papst rief vor seinem Rückflug nach Rom auch noch einmal zur Versöhnung in Kolumbien auf. Er sagte bei einer Messe in der Karibikstadt Cartagena, die Bürger müssten nach gut fünf Jahrzehnten des Bürgerkriegs "die Kultur des Todes und der Gewalt" aufgeben und sich dem Leben zuwenden.

Der Papst hatte in den Friedensverhandlungen zwischen kolumbianischer Regierung und Farc-Rebellen vermittelt. Im vergangenen Jahr schlossen beide Seiten ein historisches Abkommen. Die Farc hat sich inzwischen entwaffnet und in eine politische Partei umgewandelt.