Papst kritisiert Gleichgültigkeit gegenüber Armut

Papst Franziskus in Rom

Papst Franziskus hat die Gleichgültigkeit gegenüber der Armut angeprangert. Zum ersten "Welttag der Armen" der katholischen Kirche am Sonntag feierte der Papst mit rund 7000 Bedürftigen im Petersdom in Rom eine Messe. In einer Botschaft rief das Kirchenoberhaupt dazu auf, Armut nicht zu ignorieren. Eine Einstellung wie: "Das ist nicht meine Sache, das ist der Fehler der Gesellschaft", sei falsch.

Es reiche nicht aus, im Leben möglichst nichts Falsches zu tun - "weil Gott kein Schaffner ist, der nach ungestempelten Fahrscheinen Ausschau hält", sagte der Papst. Vielmehr sei aktives Engagement gegen die Armut nötig. Niemand sei so arm, dass er "nicht in der Lage sei, anderen etwas zu geben".

Nach der Messe wollte der Papst mit rund 1500 Bedürftigen im Vatikan gemeinsam essen, etwa 2500 Menschen sollten andernorts speisen. Ähnliche Veranstaltungen fanden in weiteren Diözesen in Italien und weltweit statt. Papst Franziskus hat bereits in zahlreichen Reden soziale Ausgrenzung und Armut angeprangert.

Laut einer Mitte Oktober veröffentlichten Studie von Eurostat, dem statistischen Amt der EU, waren im vergangenen Jahr 23,4 Prozent der EU-Bevölkerung von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht. Das entspricht 117,5 Millionen Menschen.

Zu dieser Gruppe zählt nach Einschätzung des Statistik-Amtes, wer auch nach Erhalt von Sozialleistungen von Einkommensarmut betroffen ist, unter erheblichen materiellen Entbehrungen leidet oder in einem Haushalt mit sehr niedriger Erwerbstätigkeit lebt.