Papst kürzt Gehälter von Kardinälen und anderen Würdenträgern im Vatikan

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Papst Franziskus kürzt die Gehälter von Kardinälen und anderen Würdenträgern im Vatikan. Kardinäle sollen ab dem 1. April zehn Prozent weniger bekommen, wie das katholische Kirchenoberhaupt in einem am Mittwoch veröffentlichten apostolischen Brief ankündigte. Die ranghohen Mitarbeiter der römischen Kurie müssen sich auf Einkommensminderungen von acht Prozent einstellen, die niedrigeren Einkommensgruppen auf drei Prozent weniger. Gehaltserhöhung nach Dienstalter werden für zwei Jahre eingefroren. Grund für die Kürzungen sind unter anderem die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Finanzen des Vatikan.

Über die Gehälter im Vatikan gibt es nur spärliche Informationen. Die Tageszeitung "Il Messaggero" hatte 2014 geschrieben, dass Bischöfe im Kirchenstaat monatlich 5000 Euro erhielten.

Für das laufende Jahr erwartet der Vatikan ein Minus von fast 50 Millionen Euro. Einerseits gingen die Zahlungen der Gläubigen für wohltätige Zwecke zurück, andererseits sanken durch die Corona-Epidemie auch die jährlichen Einnahmen von rund 30 Millionen Euro aus den Museen des Vatikans um die Hälfte. Es sei "notwendig, die Dauerhaftigkeit und das Gleichgewicht zwischen den Einnahmen und den Ausgaben zu gewährleisten", schrieb der Papst.

Die Gehaltskürzungen sollen entfallen, falls der betroffene Mitarbeiter nachweisen kann, dass er seine eigenen Gesundheitsausgaben oder die seiner Angehörigen sonst nicht bestreiten kann. Für das Jahr 2019 hatte der Vatikan bereits ein Defizit von elf Millionen Euro ausgewiesen.

ao/cp