Papst geißelt "Finsternis der Rachsucht" in Kolumbien und fordert Versöhnung

Papst Franziskus trifft im Simón-Bolivár-Park ein

Papst Franziskus hat bei seiner ersten Messe in Kolumbien zur Versöhnung aufgerufen. Bei einem Freiluftgottesdienst im Simón-Bolivár-Park im Herzen der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá geißelte der Papst am Donnerstag (Ortszeit) die "Finsternis der Rachsucht und des Hasses" nach mehr als fünf Jahrzehnten des Bürgerkriegs. Jesus "zerstört all' diese Finsternis", fügte der 80-Jährige vor hunderttausenden Gläubigen hinzu.

Zuvor hatte Franziskus bereits zu Frieden und Versöhnung aufgerufen. Die Kolumbianer dürften nicht der "Versuchung der Rache" erliegen, sondern sollten "die Wunden heilen und Brücken bauen", sagte der Papst vor rund 700 Menschen, die sich nach seinem Treffen mit dem kolumbianischen Staatschef Juan Manuel Santos vor dem Präsidentenpalast versammelt hatten.

Es ist der erste Besuch des Pontifex maximus in Kolumbien. Im Rahmen seiner fünftägigen Reise wird Franziskus auch in die Städte Villavicencio, Medellín und Cartagena reisen. Die Veranstalter erwarten insgesamt Millionen Gläubige.

Im November 2016 hatte Bogotá nach gut einem halben Jahrhundert ein historisches Friedensabkommen mit den Revolutionären Streitkräften Kolumbiens (Farc), der größten Guerillagruppe des Landes, geschlossen. Erst am Montag hatte sich auch die letzte aktive Rebellengruppe ELN mit der Regierung auf eine Waffenruhe verständigt.