Papst Franziskus verteidigt zurückhaltenden Umgang mit Rohingya-Krise in Myanmar

Papst Franziskus auf dem Rückflug nach Rom

Papst Franziskus hat seinen zurückhaltenden Umgang mit der Krise um die Rohingya-Flüchtlige aus Myanmar während seiner Asienreise verteidigt. Er habe in seinen offiziellen Reden das Wort "Rohingya" vermieden, um seinen Gastgebern nicht "die Tür vor der Nase zuzuschlagen", sagte der Papst am Samstag auf dem Rückflug nach Rom. In sozialen Medien waren Kritik und Enttäuschung über den Pontifex maximus laut geworden.

"Sie wussten schon, was ich denke", sagte Franziskus über seine Gesprächspartner. "Für mich ist am wichtigsten, dass die Botschaft ankommt."

Während seines Besuchs in Myanmar hatte der Papst die Rohingya nicht beim Namen genannt und die systematische Verfolgung der muslimischen Minderheit auch nicht direkt angesprochen. Kritiker hatten ihm das als übertriebene Rücksichtnahme auf seine Gastgeber ausgelegt. Erst nach einer Begegnung mit Rohingya-Flüchtlingen in Bangladesch hatte der Papst am Freitag den Begriff "Rohingya" verwendet.

Die Rohingya werden in Myanmar systematisch verfolgt, mehr als 620.000 Angehörige der Minderheit flüchteten in den vergangenen Monaten ins verarmte Nachbarland Bangladesch. Der Begriff "Rohingya" ist in Myanmar ein Politikum: Die dortige Regierung bestreitet, dass es sich bei der muslimischen Minderheit um eine eigene ethnische Gruppe handelt. Sie betrachtet die Rohingya vielmehr als illegale Einwanderer aus Bangladesch. Die UNO und Menschenrechtsorganisationen sprechen dagegen von "ethnischer Säuberung".

Auf dem Rückflug nach Rom zeigte sich der Papst "sehr zufrieden" mit seinen Gesprächen in Myanmar. Er deutete an, in den vertraulichen Unterredungen mit der Staatsführung deutlicher seine Meinung gesagt zu haben als in seinen öffentlichen Äußerungen.

Das Treffen mit den Rohingya-Flüchtlingen in Bangladesch sei für ihn "eine der Bedingungen" für seine Asienreise gewesen, berichtete das Oberhaupt der katholischen Kirche. Die Begegnung habe ihn zu Tränen gerührt, fügte Franziskus hinzu. "Ich habe geweint", verriet der Papst. Er habe allerdings versucht, seine Tränen zu verbergen.

Das Oberhaupt der katholischen Kirche sagte zugleich, dass er gerne das riesige Flüchtlingslager in Bangladesch mit 900.000 Rohingya besucht hätte. Das Vorhaben sei geprüft worden, aus mehreren Gründen habe es aber nicht umgesetzt werden können. Unter anderem habe es an der fehlenden Zeit und der zu großen Entfernung gelegen. Das Flüchtlingscamp befindet sich nahe der Stadt Cox's Bazar an der Grenze zu Myanmar.