Papst Franziskus plant Heiligsprechung seines Vorgängers Paul VI

Papst Franziskus plant Heiligsprechungen

Papst Franziskus will seinen Amtsvorgänger Paul VI. und den ermordeten salvadorianischen Erzbischof Óscar Romero heiligsprechen. Franziskus habe am Dienstag die Dekrete für die Kanonisierungen unterzeichnet, teilte der Vatikan am Mittwoch mit. Zuvor hatte der Heilige Stuhl zwei weitere Wunder der schon vor mehreren Jahren selig gesprochenen Kirchenmänner anerkannt. Dies war die Voraussetzung für die Heiligsprechung.

Der von 1963 bis 1978 regierende Papst Paul VI., dessen bürgerlicher Name Giovanni Battista Montini lautete, war wegen seines Verbots der Antibabypille umstritten. In seine Amtszeit fiel aber auch der Abschluss des zweiten Vatikanischen Konzils, das wichtige Reformen in der Kirche anstieß.

Die Heiligsprechung von Paul VI. ist für Ende Oktober bei einer Bischofssynode vorgesehen, wie der Staatssekretär von Papst Franziskus, Kardinal Pietro Parolin, bereits am Dienstag angekündigt hatte. Paul VI. war 2014 selig gesprochen worden.

Das neue Wunder, das Paul VI. nach seinem Tod vollbracht haben soll, wurde laut einem Bericht der Online-Nachrichtenseite "Vatican Insider" 2014 einem Mädchen zuteil. Dieses sollte abgetrieben werden - und kam schließlich doch zur Welt, wie die Seite berichtete.

Die nun angekündigte Heiligsprechung des ehemaligen Erzbischofs des mittelamerikanischen Staats El Salvador, Romero, war vatikanintern umstritten. Romero hatte sich zu Lebzeiten für besitzlose Bauern eingesetzt und gegen soziale Ungerechtigkeit argumentiert, was konservativen Kreisen übel aufstieß. 1980 wurde Romero während einer Messe ermordet. Es folgte ein blutiger Bürgerkrieg.

Konservative Gruppen im Vatikan hatten sich lange gegen die Erhebung des ermordeten Erzbischofs in den Heiligenstand gewehrt. Doch 2015 machte Franziskus den Weg zur Seligsprechung frei. Wann Romero heiliggesprochen wird, blieb zunächst offen.