Papst Franziskus in Myanmar: Versöhnung, Frieden und Vergebung

Der Termin für den ersten Papstbesuch überhaupt in Myanmar stand fest, bevor die Rohingya-Krise ausbrach – und der Pontifex ist bekannt dafür, auch vor sensiblen Themen nicht zurück zu schrecken. Als Höhepunkt gilt ein Treffen mit Myanmars Friedensnobelpreisträgerin und faktischer Regierungschefin Aung San Suu Kyi, die in der Krise um die Rohingya weltweit in die Kritik geraten ist. Viele Katholiken gibt es nicht in Myanmar, laut Vatikan will Franziskus eine Botschaft der «Versöhnung, des Friedens und der Vergebung» übermitteln. Die Bischöfe in Myanmar sollen den Papst schon im Vorfeld gebeten haben, den Begriff “Rohingya” bei seinem Besuch möglichst zu vermeiden. „Es ist kein verbotenes Wort“, hieß es dazu aus dem Vatikan.

Die katholische Gemeinde in Myanmar ist aufgeregt, U Khun Aung ist gläubiger Katholik: “Vor 500 Jahren kam der Katholizismus nach Myanmar und kein Papst hat je das Land besucht. Ich möchte seinen Segen, und ich möchte seinen heilige Messe hören.”

Khin Zaw Win ist politischer Analyst und hat als Oppositioneller schon im Gefängnis gesessen: “Insgesamt bin ich sehr optimistisch, und nach all dem was dieses Jahr hier geschehen ist, ist sein Besuch willkommen: er kommt zur rechten Zeit und kann Gutes bewirken.”

Am Donnerstag reist der Papst dann weiter nach Bangladesch, wo er auch Rohingya treffen soll. Mehr als eine halbe Million Muslime sind bereits von Myanmar in das Nachbarland geflüchtet; ein Flüchtlingslager wird der Papst laut offiziellem Programm nicht besuchen.

IS droht dem Vatikan und Papst Franziskus.https://t.co/G9NUXm5wt2 pic.twitter.com/AcN0rsgCp5— KATH.NET (@KatholikenNet) 22. November 2017