Papst fordert Dialog für ein Ende der sozialen Krise in Kolumbien

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Proteste am Samstag im Süden von Bogotá

Angesichts der gewaltsamen Unterdrückung der Proteste in Kolumbien hat Papst Franziskus zu einem "ernsthaften Dialog" zur Beendigung der sozialen Krise in dem Land aufgerufen. "Die Lage in Kolumbien bleibt besorgniserregend", sagte der Papst am Sonntag beim Angelus-Gebet im Vatikan. Die kolumbianischen Sicherheitskräfte forderte er auf, das "Recht der Bevölkerung, friedlich zu demonstrieren", zu respektieren.

In Kolumbien sind bei den Protesten gegen die Regierung des rechtsgerichteten Präsidenten Iván Duque in den vergangenen rund drei Wochen 42 Menschen getötet worden, darunter ein Polizist. Nach Angaben der Ombudsstelle des südamerikanischen Landes, die die Menschenrechtslage überwacht, wurden zudem mehr als 1500 Menschen bei den Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei verletzt.

Seit Ende April gehen tausende Kolumbianer landesweit aus Wut über die Gesundheits-, Sicherheits- und Bildungspolitik der Regierung auf die Straße. Ausgelöst wurden die Proteste durch Pläne für eine Steuerreform, die inzwischen zurückgezogen wurde. Die Proteste richten sich nun aber allgemein gegen die Regierung. Die Sicherheitskräfte gehen teils mit großer Härte gegen die Demonstranten vor.

Die Demonstranten fordern bessere Arbeitsbedingungen, eine Reform des Rentensystems, einen besseren Schutz von Menschenrechtsaktivisten und die vollständige Umsetzung des Friedensabkommens mit der Rebellengruppe Farc. Die Proteste sind die blutigsten seit dem Friedensabkommen mit der Farc im Jahr 2016.

cp/mkü

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