Papst fordert in Christmette Nächstenliebe und Gastfreundschaft für Flüchtlinge

Papst Franziskus bei der Christmette

Papst Franziskus hat bei der traditionellen Christmette an Heiligabend an das Leid der Flüchtlinge erinnert und zu "Nächstenliebe" und "Gastfreundschaft" aufgerufen. Im Petersdom in Rom sagte der argentinische Pontifex am Sonntagabend, so wie einst Maria und Josef seien heute "Millionen Menschen" zum Verlassen ihrer Heimat gezwungen, "weil sie aus ihrem Land vertrieben werden".

"In vielen Fällen ist es ein Aufbruch voller Hoffnung auf eine bessere Zukunft", sagte der Papst. "In vielen anderen Fällen hat dieser Aufbruch nur einen Namen: Überleben. Die aktuellen Nachfolger des Herodes zu überleben, die zur Durchsetzung ihrer Macht und zur Mehrung ihrer Reichtümer nicht davor zurückschrecken, unschuldiges Blut zu vergießen."

Weihnachten sei die Zeit, "die Kraft der Angst in eine Kraft der Liebe zu verwandeln, in eine Kraft für eine neue Auffassung von Nächstenliebe", sagte Papst Franziskus weiter. "Nämlich die Nächstenliebe, die sich nicht mit der Ungerechtigkeit zufrieden gibt, als wäre sie etwas Normales, sondern den Mut hat, inmitten von Spannungen und Konflikten zu einem 'Haus des Brotes', zu einem Raum der Gastfreundschaft zu werden."

Das Oberhaupt der katholischen Kirche hat immer wieder auf das Schicksal der Flüchtlinge aufmerksam gemacht und in der Flüchtlingskrise mehr Engagement gefordert. Am Sonntagabend leitete der Papst zum fünften Mal die Weihnachtsfeierlichkeiten im Vatikan. Am Montag (12.00 Uhr) richtet der 81-Jährige von der Loggia des Petersdoms aus seine Weihnachtsbotschaft an die Welt und spendet den feierlichen Papstsegen "Urbi et Orbi" (der Stadt und dem Erdkreis).