Zehntausende Argentinier pilgern zu Papst-Besuch nach Chile

Fans von Papst Franziskus haben an der Grenze zwischen Argentinien und Chile lange Staus verursacht. Zehntausende Argentinier überquerten bereits die Grenze, um am Montag zum Papst-Besuch in Chile zu sein. In sein Heimatland reist der Papst nicht

Zehntausende Argentinier sind am Wochenende wegen des bevorstehenden Papst-Besuchs ins Nachbarland Chile gepilgert. Der Andrang der Gläubigen verursachte Staus an mehreren Grenzübergängen. Franziskus wird am Montag in Santiago de Chile erwartet. Am Donnerstag reist er nach Peru weiter. Ein Schwerpunkt des knapp einwöchigen Besuchs sind Treffen des Papstes mit Vertretern indigener Völker.

Nach Einschätzung der chilenischen Behörden dürfte sich der Ansturm der argentinischen Papst-Fans bis Montag weiter verstärken. Die Karawane der Gläubigen reiht sich ein in die Kolonne der Touristen, die derzeit auf den Straßen unterwegs sind. Beide Länder hatten schon vor Monaten Vorkehrungen getroffen und sich etwa über Sicherheitsmaßnahmen und erleichterte Grenzkontrollen abgestimmt. Auf chilenischer Seite sind fast doppelt so viele Grenzbeamten wie sonst üblich im Einsatz.

Der aus Argentinien stammende Jorge Mario Bergoglio wird am Montagabend am Flughafen in Santiago de Chile erwartet. Am Donnerstag reist das 81-jährige Oberhaupt der katholischen Kirche dann weiter nach Peru. Es ist bereits seine sechste Reise nach Lateinamerika. Sein Heimatland Argentinien hat der Papst bisher noch nicht besucht.

Während seiner einwöchigen Reise will der Papst unter anderem auf die Lage der indigenen Völker in der Region aufmerksam machen. Am Mittwoch reist Franziskus in die südchilenische Region La Araucanía, die Heimat der Mapuche. In Temuco kommt er mit Vertretern der Ureinwohner zusammen. Zu einem Gottesdienst auf einem Luftwaffenstützpunkt in der Provinzhauptstadt werden etwa 400.000 Gläubige erwartet.

Die Mapuche protestieren in der Region seit Jahrzehnten zum Teil mit Gewalt gegen die Ausbeutung und Zerstörung ihrer Territorien unter anderem durch Holzunternehmen. Chiles scheidende Präsidentin Michelle Bachelet hatte sich im vergangenen Juni im Namen ihres Landes bei den Mapuche für das ihnen angetane Leid entschuldigt. Die Nachfahren der Ureinwohner, die zu den ärmsten Bevölkerungsschichten in Chile zählen, seien "entwertet und diskriminiert" worden.

Am Donnerstag feiert der Papst in Santiago de Chile eine weitere Messe. Außerdem steht ein Gespräch mit Opfern der Militärdiktatur unter Augusto Pinochet (1973 bis 1990) auf dem Programm. Überschattet wird der Besuch von Brandanschlägen auf drei katholische Kirchen in Santiago de Chile. Die Polizei erklärte, möglicherweise seien "anarchistische Gruppen" dafür verantwortlich.

Am Freitag will sich Franziskus im Südosten Perus mit Vertretern von Amazonas-Völkern treffen. Für kommendes Jahr hat der Papst ein Bischofstreffen zur Amazonas-Region einberufen. In Peru will er diese Sondersynode symbolisch eröffnen.

Das südamerikanische Land erlebt derzeit turbulente Zeiten. Die Entscheidung von Präsident Pedro Pablo Kuczynski, den wegen Menschenrechtsverbrechen verurteilten Ex-Staatschef Alberto Fujimori zu begnadigen, hatte im Dezember eine schwere politische Krise in Peru ausgelöst.

Für Samstag ist eine weitere Papstmesse im Küstenort Huanchaco nahe der Stadt Trujillo geplant. Ein Gottesdienst auf einem Luftwaffenstützpunkt in Lima, zu dem mehr als eine Million Gläubige erwartet werden, bildet am Sonntag den Abschluss der Papstreise.