Papst akzeptiert Rücktritt von drei Bischöfen in Missbrauchsskandal in Chile

Franziskus nimmt auch Gesuch von Juan Barros an

Im Missbrauchsskandal der katholischen Kirche in Chile hat Papst Franziskus den Rücktritt von drei Bischöfen akzeptiert. Darunter sei auch Juan Barros, erklärte der Vatikan am Montag. Barros soll den wegen Kindesmissbrauchs verurteilten ehemaligen Priesterausbilder Fernando Karadima gedeckt haben. Der Papst hatte Barros 2015 trotz der gegen ihn erhobenen Vorwürfe zum Bischof von Osorno ernannt.

Franziskus hatte den 61-jährigen Barros Anfang des Jahres außerdem bei einem Chile-Besuch öffentlich in Schutz genommen. Davon rückte er später wieder ab. Im April räumte der Papst "schwere Fehler" im Umgang mit dem Missbrauchsskandal ein. Er äußerte "Scham" und "Schmerz" angesichts des Leidens der Missbrauchsopfer.

Die beiden anderen Bischöfe, deren Rücktritt Franziskus akzeptierte, sind 75 Jahre alt und haben damit das normale Rentenalter erreicht.

Insgesamt hatten 34 Bischöfe Mitte Mai ihren Rückzug vom Amt erklärt und den Papst gebeten, über jeden von ihnen zu entscheiden. Die Bischöfe baten die Missbrauchsopfer für den ihnen zugefügten "Schmerz" um Verzeihung, ebenso "den Papst, das Volk Gottes und unser Land für die von uns begangenen schweren Fehler und Unterlassungen".

Zahlreichen Mitgliedern der katholischen Kirche in Chile wird vorgeworfen, den Kindesmissbrauch durch den ehemaligen Priesterausbilder Karadima in den 80er und 90er Jahren ignoriert oder vertuscht zu haben. Die Vatikanjustiz hatte Karadima 2010 wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger schuldig gesprochen.