Papadopoulos kritisiert Transferpolitik des HSV: "Mannschaft hat keine Hilfe bekommen"

Nach der 1:2-Niederlage gegen Hertha BSC kritisiert HSV-Verteidiger Papadopoulos den neuen Trainer Christian Titz. Dieser habe falsch aufgestellt.

Kyriakos Papadopoulos hat die Vereinsführung des HSV nach der bitteren 0:6-Klatsche beim FC Bayern München für die Transferpolitik scharf kritisiert. Eine Trainerdiskussion hält er bei den aktuellen Problemen der Mannschaft für unangebracht.

"Das ist nicht optimal für mich, das ist doch klar. Ich bin hierhergekommen, um guten Fußball zu spielen und etwas zu erreichen. Aber leider ist das momentan schwierig. Im Sommer und in den Transferperioden wurden meiner Meinung nach Fehler gemacht. Die Mannschaft hat keine Hilfe bekommen", sagte der Grieche nach dem Spiel in der Mixed Zone der Allianz Arena zu den anwesenden Journalisten.

Der Verein habe als einziger im Abstiegskampf nicht auf die schwache Hinrunde reagiert: "Im Winter haben alle anderen Mannschaften neue Spieler verpflichtet. Köln, Stuttgart, alle, nur wir nicht. Das ist sicherlich nicht der Grund, dass wir jetzt seit 13 Spielen nicht gewonnen haben, aber es ist ein Grund dafür, dass nur eine Mannschaft hinter uns steht."

Papadopoulos: Verhältnisse beim HSV nicht gut für das Team

Die turbulenten Entwicklungen beim HSV seien ein Hemmnis für die Mannschaft, gab Papadopoulos zu: "In dem Verein passiert jeden Tag etwas Neues. Das ist sicher nicht gut für die Mannschaft. Wir wissen nicht, wie es weitergeht. Wir wissen gar nichts. Das ist nicht meine Aufgabe. Meine Aufgabe ist es, Fußball zu spielen und zu gewinnen. Aber das ist leider schwierig im Moment."

Unter der Woche hatten die Hamburger kurz vor dem schwierigen Auswärtsspiel beim FC Bayern die Trennung vom Vorstandsvorsitzenden Heribert Bruchhagen und von Sportdirektor Jens Todt bekanntgegeben.

Auch Trainer Bernd Hollerbach steht nur wenige Wochen nach seiner Amtsübernahme wieder vor dem Aus. Papadopoulos nahm seinen Coach jedoch in Schutz: "Es ist nicht die Schuld von Bernd Hollerbach. Er ist gekommen und hat versucht, Dinge umzusetzen und uns zu helfen. Aber die Mannschaft hat einfach Schwierigkeiten. Das ist überhaupt nicht das Problem des Trainers. Wir sind gefragt. Wir haben uns heute einiges vorgenommen und dann kommen wir rein und liegen nach 18 Minuten 3:0 hinten. Was soll der Trainer da machen? Soll er reinkommen und für uns spielen?"

Papadopoulos: "Ich habe immer Erfolg gehabt, jetzt nicht mehr"

Für den 26-Jährigen persönlich ist die aktuelle Phase laut eigener Aussage die schwierigste in seiner Karriere: "Es ist wirklich schlimm. Ich habe noch nie im Abstiegskampf gespielt. Ich habe immer Erfolg gehabt, aber jetzt leider nicht mehr."

Derzeit liegt der HSV bei noch acht ausstehenden Spielen sieben Punkte hinter dem 1. FSV Mainz 05 auf dem Relegationsplatz. Am Montag könnte der 1. FC Köln bereits mit einem Unentschieden gegen Werder Bremen an den Hamburgern vorbeiziehen und diese damit erstmals in dieser Saison auf den 18. Tabellenplatz befördern.

Für Papadopoulos geht es deshalb darum, das Spiel gegen die Bayern schnell abzuhaken: "Wir müssen jetzt alles geben in den letzten Spielen. Hertha ist ein Finale von uns. Das müssen wir unbedingt gewinnen."