Panzerknacker müssen fünfeinhalb Jahre in Haft

Ein niederländisches Duo sprengte in NRW mehrere Geldautomaten – und muss nun lange hinter Gittern. Dass die fast unheimliche Serie nun endet, ist äußerst unwahrscheinlich. Trotzdem hat das Urteil Signalwirkung.


Zu langjährigen Haftstrafen hat das Landgericht Köln zwei Männer aus den Niederlanden verurteilt, die für mehrere gesprengte Geldautomaten verantwortlich sind. Die Männer müssen für fünf Jahre und sechs Monate hinter Gitter. Das Gericht konnte ihnen insgesamt fünf Sprengungen in den nordrhein-westfälischen Städten Düren, Bonn und Leverkusen nachweisen. Die Beute soll fast 500.000 Euro betragen. Es ist davon auszugehen, dass weitere Raubzüge auf das Konto der beiden Männer gehen, die Beweislage in diesen Fällen allerdings nicht ausreicht.

Kurz vor Weihnachten 2016 hatte die Polizei das Duo nach mehrmonatiger Ermittlungsarbeit festgenommen. Die beiden Niederländer hatten zuvor einen weiteren Geldautomaten in Düren gesprengt, ehe sie zu ihrem Versteck nach Frechen fuhren. Dort, in einer Garage, nahm sie die Polizei widerstandslos fest.


In der Vergangenheit waren allein in Nordrhein-Westfalen Hunderte Automaten in die Luft gejagt worden. 2015 hatten sich 67 Fälle ereignet, im Folgejahr sogar 136. In diesem Jahr versuchten es Kriminelle bereits bei über 65 Automaten. Erst in der vergangenen Woche erwischte es beispielsweise Bankomaten in Rheine und Remscheid. In vielen Fällen bleibt es beim Versuch der Sprengung – da allerdings Teile der Gebäude stark beschädigt oder unter Umständen auch Menschenleben gefährdet werden, ermittelt die Polizei besonders akribisch. Das Urteil ist zwar ein klarer Fingerzeig an alle Täter, dürfte der traurigen Serie aber kein Ende setzen.

NRW hat sich durch sein gutes Autobahnnetz sowie seine Nähe zu den Nachbarländern Holland und Belgien als besonders attraktiv für Panzerknacker erwiesen. Auffallend häufig krachte es deshalb im Rheinland sowie im Münsterland. Das Landeskriminalamt vermutete bereits Ende 2015, dass überwiegend ausländische Täter sowie Trittbrettfahrer am Werk sind. Daraufhin wurde der Fahndungsdruck durch eine eigens eingerichtete Sonderkommission deutlich verstärkt.