Pannen im Alltag: "Entschuldigung, Sie haben da was zwischen den Zähnen"

Jeder hat sie schon selbst erlebt, jeder hat sie oft genug beobachtet: Pannen im Alltag. (Bild: Getty Images)

Ein Spinatblatt, das sich nach dem Essen hartnäckig im Mundraum einnistet, ein offener Reißverschluss oder Rouge, das Anlass gibt, an der Gesundheit der Trägerin zu zweifeln: Wir alle kennen diese Alltagspannen, weil sie uns schon selbst passiert sind. Und nur allzu oft haben wir uns dann gefragt: Warum hat uns das niemand gesagt?

Der Vortrag vor den Kollegen oder in der Uni ist super gelaufen. Erleichtert klappst du deinen Laptop zu, lächelst noch einmal breit in die Runde. Wenige Minuten später erstarrst du vor dem Toilettenspiegel: unübersehbar prangt ein Spinatblatt zwischen deinen Zähnen. Doof, dass du den schon gegessen hattest, bevor du dich mit einem Lächeln vor 50 Menschen gestellt hast.

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Wir alle kennen diese peinlichen Situationen, in denen uns wieder einmal schmerzlich bewusst wird, dass wir nicht einmal ansatzweise perfekt sind. Und wir haben sie schon oft genug beobachtet: Der Typ sieht beim ersten Tinder-Date super aus, doch du bist die ganze Zeit damit beschäftigt, NICHT auf seine Hose zu gucken, da unter dem offenen Reißverschluss die knallroten Boxershorts herausblitzen. Oder du triffst eine gute Freundin, die sowieso schon schlechte Laune hat. Anscheinend hat die trübe Stimmung auch Einfluss auf ihre Sehkraft genommen, denn das Rouge auf ihren Wangen sieht weniger nach gesunden rosigen Wangen, dafür aber nach akuten Fieberschüben aus.

Was sollten wir in diesen Situationen tun? Heldenhaft in die Offensive gehen und unser Gegenüber vor Schlimmerem bewahren oder höflich den Mund halten? Hier gibt’s die Antworten.

Die grundsätzliche Frage lautet nicht, OB du etwas sagen sollst, sondern WIE. Deiner Chefin in einem wichtigen Meeting zuzurufen „Knöpf mal bitte deine Bluse zu, man sieht deinen BH“ ist natürlich genauso unangebracht, wie die Tatsache zu ignorieren, dass es so ist. Ob im Konferenzraum, in der U-Bahn oder am Stammtisch in der Lieblingskneipe: Je mehr Menschen dabei sind und die Panne vielleicht schon bemerkt haben, umso schwieriger wird es, die Situation zu meistern.

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Wenn es dir möglich ist, Blickkontakt herzustellen, mache mit einer eindeutigen Geste auf das Problem aufmerksam. Indem du beispielsweise an deinem Shirt zupfst, um zu signalisieren, dass der Blusenknopf offen steht oder auf deinen Vorderzahn tippst, wenn sich bei deinem Gegenüber dort noch das Mittagessen bemerkbar macht.

“Oh, das wollte ich mir für später aufheben”

Kollegen nimmst du mit einem höflichen: „Ich müsste noch ganz kurz eine Sache mit Ihnen klären“ zur Seite und sprichst die Panne offen an. „Ich wollte Sie nur darauf aufmerksam machen, dass Ihr Reißverschluss offen steht.“ Wenn es deinem Gegenüber sehr peinlich ist, kannst du die Situation schnell auflockern: „Das ist mir neulich auch passiert und ich hätte mir sehr gewünscht, dass es mir jemand sagt.“ Bei guten Freunden oder Flirts wird es gar nicht erst peinlich, wenn du ganz beiläufig auf die Panne hinweist. Indem du ein Taschentuch hervorziehst, es ihm/ihr entgegenstreckst und sagst: „Schnäuz mal, du hast da was an der Nase“ oder deiner Freundin bei Tageslicht den Taschenspiegel und den Ratschlag an die Hand gibst: „Ich glaube, du hast heute ein bisschen zu viel Rouge erwischt, guck mal.“

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Und wie können wir selbst besser mit peinlichen Situationen umgehen? Mit viel Humor. Verschiedene Studien belegen, was dir dein Bauchgefühl bestimmt öfter sagt. Wer einen Pannenmoment mit einem lustigen Spruch kommentiert, wird von seinem Umfeld symphytischer eingestuft als diejenigen, die zwanghaft versuchen, die Panne zu überspielen. Eine Antwort auf das Spinatblatt könnte sein „Oh, schade, das wollte ich mir eigentlich für später aufheben.“ Und wenn es dir erst auf der Uni-Toilette auffällt, gilt: Blatt entfernen, Schultern straffen, Krone richten, weitermachen!