Panne bei Silo-Sprengung: Speicherturm kippt auf Bibliothek

Zahlreiche Schaulustige versammelten sich bei der Sprengung des Silos. (Bild: Per Rasmussen/AFP/Getty Images)

Bei der Sprengung eines Silo-Speichers in Dänemark ging so ziemlich alles schief, was schiefgehen konnte: Der Turm fiel genau in die falsche Richtung um – und begrub ein Bibliotheksgebäude unter sich.

Wochenlang war die Sprengung eines alten Speicherturms in der dänischen Hafenstadt Vordingborg geplant worden. Als es am vergangenen Freitag aber endlich so weit war, lief leider gar nichts nach Plan: Anstatt auf eine extra freigeräumte Fläche zu kippen, änderte das Silo während des Sprengvorgangs seine Fallrichtung und beschädigte ein benachbartes Gebäude, das eine Bibliothek und ein Kulturzentrum beherbergt, schwer.

„Wir hätten nicht gedacht, dass es so schlimm sein würde“, erklärte Sprengmeister Kenneth Wegge laut „Mashable“ anschließend gegenüber dem dänischen Fernsehsender „TV 2“. „Wir wissen immer noch nicht, was schiefgelaufen ist. Derzeit untersuchen wir den Fall.“ Da das Nachbargebäude vorab evakuiert wurde, wurde jedoch niemand verletzt.

Auch für den stellvertretenden Vorsitzenden des Sprengtechnischen Verbandes Dänemarks, Johan Finsteen Gjødvad, ist es dem Nachrichtenportal „shz.de“ zufolge ein Rätsel, warum der über 50 Meter hohe Turm mitten im Fall seine Richtung änderte: „Wenn man sich die Vorbereitungen ansieht, dann sollte er in die andere Richtung fallen. Es ist wirklich unglücklich, dass er sich falsch setzt und hintenüberstürzt“, sagte er.

Die Behörden rechnen nach dem Unfall mit einem enormen Sachschaden. Die Einsatzkräfte müssen jedoch erst den Schutt der Explosion beseitigen, um sich den Schaden an dem Kulturgebäude genauer ansehen zu können. Der Bürgermeister sei derweil laut „Mashable“ vor allem froh und erleichtert, dass keine Menschen bei der schiefgegangenen Sprengung zu Schaden kamen.