"Pandora Papers": Putin und König Abdullah II. weisen Vorwürfe zurück

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Nach den Finanz-Enthüllungen der "Pandora Papers" hat Moskau die Berichte über zahlreiche unerklärlich hohe Vermögen bei Vertrauten von Präsident Wladimir Putin zurückgewiesen. "Dies ist nur eine Reihe völlig unbegründeter Behauptungen", sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Montag. In den "Pandora Papers" findet sich Medienberichten zufolge unter anderem der Name einer angeblichen Geliebten des Präsidenten.

Das internationale Recherchenetzwerk ICIJ hatte die "Pandora Papers" am Sonntag veröffentlicht. Die Auswertung von knapp zwölf Millionen Dokumenten von Anbietern von Offshore-Finanzdienstleistungen belasten den an dem Projekt beteiligten Medien zufolge mehr als 330 Politiker und Amtsträger weltweit. Sie sollen über Briefkastenfirmen heimliche Geschäfte in beträchtlichem Umfang gemacht haben.

Wladimir Putin bei einem Empfang im Kreml im September (Bild: Mikhail Svetlov/Getty Images)
Wladimir Putin bei einem Empfang im Kreml im September (Bild: Mikhail Svetlov/Getty Images)

Der russische Staatschef selbst ist den Recherchen zufolge nicht als Kunde einer der Offshore-Anbieter aufgeführt, wohl aber zahlreiche enge Vertraute, die gleichzeitig mit Putins politischem Aufstieg Geld zumeist ungeklärter Herkunft anonym in Steueroasen angelegt hätten. Leonid Wolkow, Mitarbeiter des inhaftierten Kremlkritikers Alexej Nawalny, geht laut "Süddeutscher Zeitung" davon aus, dass etliche dieser Leute als "Strohmänner für Putins Vermögen" fungieren.

Auffällig ist auch der Fall einer Frau namens Swetlana Kriwonogich, mit der Putin laut unbestätigten Berichten eine Tochter haben soll. Nach Angaben der "Süddeutschen", die an der Auswertung der "Pandora Papers" beteiligt war, ist Kriwonogich Eigentümerin einer Briefkastenfirma, die wenige Wochen nach der Geburt ihrer Tochter gegründet wurde.

Mittels der Briefkastenfirma erstand Kriwonogich demnach ein 3,6 Millionen Euro teures Appartment in Monaco. Laut "Süddeutscher" stammt die Frau aus armen Verhältnissen - woher das Geld für den Wohnungskauf stammt, ist völlig unklar.

König von Jordanien: "Verzerrte" Berichte

Jordanien hat die aus den Papers hervorgehenden Berichte über zahlreiche Offshore-Finanzgeschäfte von König Abdullah II. zurückgewiesen. "Einige Presseberichte, die über die Immobilien des Königs veröffentlicht wurden, sind ungenau, verzerrt und übertrieben", erklärte das Königshaus in Amman am Montag. Die Veröffentlichung von Adressen königlichen Eigentums sei darüber hinaus ein Sicherheitsrisiko für den Monarchen und seine Familie. Der König behalte sich rechtliche Schritte vor.

König Abdullah II. hat den Berichten zufolge mindestens 30 Offshore-Firmen in Steueroasen genutzt, um 14 Luxusanwesen in den USA und Großbritannien zu kaufen. Das so aufgebaute Immobilienimperium soll über 100 Millionen Dollar wert sein. Dem Staatschef wird bislang kein kriminelles Fehlverhalten vorgeworfen.

König Abdullah II. von Jordanien bei einer militärischen Zeremonie 2019 (Bild: REUTERS/Muhammad Hamed)
König Abdullah II. von Jordanien bei einer militärischen Zeremonie 2019 (Bild: REUTERS/Muhammad Hamed)

Unmittelbar nach der Veröffentlichung der Enthüllungen durch das International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ) hatten Anwälte des Königshauses angegeben, es gehe lediglich um das persönliche Vermögen des Königs. Aus Gründen der Sicherheit und der Diskretion habe er auf Offshore-Gesellschaften zurückgegriffen.

"Es ist kein Geheimnis, dass Seine Majestät eine Reihe von Wohnungen und Residenzen in den Vereinigten Staaten und im Vereinigten Königreich besitzt", erklärte das Königshaus nun. Dies sei weder ungewöhnlich noch unangemessen.

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