Pandemie überschattet Beginn von Weihnachtsfeiern in Bethlehem

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Mit der traditionellen Prozession zu Heiligabend haben in Bethlehem die Weihnachtsfeierlichkeiten begonnen. Durch die Gassen der Altstadt zogen am Freitag Pfadfindergruppen mit Trommeln und Blasinstrumenten, um den Lateinischen Patriarchen von Jerusalem, Pierbattista Pizzaballa, zu empfangen. Überschattet wurden die Feiern zum zweiten Jahr in Folge von der Corona-Pandemie - ein Viertel aller Hotelzimmer in Bethlehem blieb an Heiligabend leer.

"Es ist sehr seltsam", sagte die aus Jerusalem nach Bethlehem angereiste Kristel Elayyan. Vor der Pandemie seien an Weihnachten zahlreiche Menschen aus verschiedenen Ländern nach Bethlehem gekommen. "Jetzt weiß man, dass wahrscheinlich niemand hier ein Tourist ist."

Angesichts der Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus hatte Israel zuletzt erneut seine Grenzen für Touristen vollständig geschlossen. Die Maßnahme betrifft auch die Palästinensergebiete. In Bethlehem sind die Folgen in diesen Tagen besonders spürbar: Die Hotels der Stadt sind zu Weihnachten normalerweise ausgebucht, fast die Hälfte der Touristen kommt in der Regel aus dem Ausland.

Dass in Bethlehem überhaupt wieder gefeiert werden könne, sei den Corona-Impfungen zu verdanken, betonte die palästinensische Tourismusministerin Rula Maajah. Im vergangenen Jahr hatten die Behörden die Weihnachtsfeiern wegen der Pandemie stark eingeschränkt. Nur wenige Pfadfindergruppen waren zu der traditionellen Prozession zugelassen, die Feier zur Beleuchtung des Weihnachtsbaums fand nur virtuell statt.

Auch in diesem Jahr sei die Stimmung "surreal", sagte der aus den USA stammende Hudson Harder, ein 21-jähriger Student der Hebräischen Universität in Jerusalem. "Natürlich sagt ein egoistischer Teil von mir: 'Oh, ich erlebe diesen Ort so leer.' Andererseits habe ich Mitleid mit den Geschäftsleuten, die so viel Geld verlieren."

Etwa ein Viertel der Hotelzimmer in Bethlehem durften wegen der Corona-Beschränkungen nicht vermietet werden. Auch viele Geschäfte blieben geschlossen.

"Die Pfadfinder sind das einzige, was ein bisschen Feierlichkeit verursacht", sagte Victor Epiphane Tabash, der in der Nähe der Geburtskirche ein Geschäft mit Holzfiguren betreibt. Die wirtschaftlichen Einbrüche durch die Corona-Pandemie zu überstehen sei ihm nur dadurch gelungen, dass er Produkte auch ins Ausland verkauft habe, sagte Tabash. Nach Bethlehem seien seit Pandemie-Beginn zu wenige Touristen gekommen. "Wir haben Intifadas durchgestanden und Kriege. Aber das Coronavirus ist schlimmer", sagte er.

isd

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