Panda-Fans in Tokio drängen sich vor Gehege von Bärenbaby

Der Zwang, Überstunden zu leisten, macht in Japan auch vor Tieren nicht halt: Angesichts des riesigen Interesses an seinem Panda-Nachwuchs hat der Zoo von Tokio das Bärenbaby Xiang Xiang dazu verdonnert, sich ab sofort länger seinen Fans zu zeigen

Hunderte Panda-Fans haben sich am Dienstag vor einem Gehege im Zoo von Tokio gedrängt, um als Erste einen Blick auf Bärenbaby Xiang Xiang zu erhaschen. Die Besucher gehörten zu den Gewinnern einer Eintrittskarten-Lotterie, an der sich 250.000 Menschen beteiligt hatten. Der Zoo hat die Zahl der Besucher am Panda-Gehege bis Ende Januar auf maximal 2000 pro Tag beschränkt, um dem im Juni geborenen Weibchen Stress zu ersparen.

Geduldig reihten sich die Besucher in eine Warteschlange ein, um einen Blick auf das kleine Panda-Mädchen zu erhaschen. Xiang Xiang wälzte sich auf dem Boden, knabberte an Bambuszweigen und kletterte auf einen Baumstamm, während Mutter Shin Shin in der Nähe weilte. Jeder Besucher durfte nur wenige Minuten vor dem Käfig verweilen, bevor strenge Aufseher zum Weitergehen drängten.

Viele der Besucher präsentierten sich mit Pandamütze oder -handschuhen als echte Fans der seltenen Spezies. "Oh wie süß", rief die 21-jährige Studentin Haruna Yamada, die mit Panda-Ohren und Panda-Schmuck erschienen war, beim Anblick von Xiang Xiang. Die 35-jährige Eriko Mihara hatte ihrem einjährigen Kind eine Panda-Jacke angezogen und war begeistert davon, wie "aktiv" Xiang Xiang war. Auch kommerziell war der Besucherandrang ein Erfolg, die Besucher kauften unter anderem Plüsch-Versionen von Xiang Xiang.

Xiang Xiangs erster Tag in der Öffentlichkeit war auch ein großes Thema in den japanischen Medien. Auf den Titelseiten der Zeitungen prangten Fotos des niedlichen Tieres, und die Fernsehsender berichteten live aus dem Zoo. Auch in den kommenden Monaten dürfte den Japanern keine wichtige Entwicklung entgehen: Der Zoo überträgt ein Jahr lang Bilder per Livestream aus dem Panda-Gehege.