„Palantir wird die größte Position sein“: Frank Thelen startet eigenen Aktienfonds

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Frank Thelen wird zum aktiven Fondsmanager.
Frank Thelen wird zum aktiven Fondsmanager.

Sich an börsennotierten Techfirmen beteiligen, ausgewählt nach den Prinzipien von Startup-Investor Frank Thelen. Das ist Anlegern ab sofort möglich. Am Mittwochmorgen hat Thelen einen eigenen Aktienfonds gestartet. Der unter dem Namen „10xDNA“ gelistete Fonds soll in Kryptowährungen und Unternehmen aus den Bereichen Quantencomputer, 3D-Druck, Künstliche Intelligenz, Blockchain und Biotech investieren.

Der Fondsmix werde fortlaufend von einem Team aus Vollzeit-angestellten Physikern und Kapitalmarktexperten geprüft und soll maximal 30 Aktientitel enthalten – sehr wenig im Vergleich zu deutlich breiter gestreuten Branchen-ETFS. „Wir wollen die einzelnen Unternehmen ernsthaft und tiefgreifend verstehen, sodass wir keine Fehler im Aktienfonds haben", sagt der Investor im Gespräch mit Gründerszene. Thelen glaubt dennoch, dass sich ein Investment auf lange Sicht auszahlt. „Es ist uns wichtig, eigenes Kapital effizient zu verwalten, anstatt es auf auf mehrere Aktien zu verstreuen.“ 10xDNA sei daher wie ein VC-Fonds, der nur auf vereinzelte Firmen gehe.

30 Unternehmen im Topf

Name und Idee des Fonds leiten sich aus dem gleichnamigen Buch „10xDNA: Das Mindset der Zukunft“ ab, das der Investor im vergangenen Jahr veröffentlichte. Darin erklärt der Investor, welche Technologien seiner Meinung nach in den kommenden Jahrzehnten zum Erfolg führen. Vor allem auf Künstliche Intelligenz, Robotik und Biotech hält Thelen große Stücke. Das soll sich auch in dem Aktienfonds widerspiegeln.

„Palantir wird die größte Position sein“, so Thelen. Als weitere Top-Aktien nennt er Coinbase, Tesla und Fate Therapeutics. „Wir werden diesen Fonds schließen, sobald wir mit unserem kleinen Wert etwas bei den Firmen bewegen würden", sagt Thelen und nennt eine Summe von voraussichtlich ein bis zwei Milliarden Euro. Sein Ziel sei nicht, Einfluss bei den börsennotierten Firmen zu gewinnen, sondern Kapital zu vervielfachen. Pro Jahr zahlen Anleger eine Gebühr von 1,8 Prozent zuzüglich Erfolgsprovision. Damit bezahle der Aktienfonds seine Mitarbeiter.

Wettstreit mit Fonds anderer Startup-Investoren

Ob sich die Investments für Anleger angesichts der Kosten lohnen werden, wird sich erst zeigen müssen. An Interesse wird es wohl vorerst nicht mangeln. Thelen hat sich – etwa durch seine Präsenz in TV-Shows wie „Die Höhle der Löwen“ – eine beachtliche Reichweite aufgebaut. Auch hat er mit frühen Beteiligungen an dem Flugtaxi-Startup Lilium oder den Powerpoint-Herausforderer Pitch einen guten Riecher bewiesen. Gegen Thelen als Börsenexperten spricht, dass er sich mit Aktien von Wirecard verspekulierte. Vergangenes Jahr hatte er nach einer Razzia bei dem Pleite-Fintech viele Aktien nachgekauft und öffentlich erklärt, dass er weiter an die Firma glaube.

Nicht zuletzt muss sich Thelen mit seinem Aktienfonds auch dem Wettbewerb mit anderen Investoren aus der Startup-Szene stellen. So ist der Hitfox-Gründer Jan Beckers bereits seit 2019 mit seinem Fonds „Global Internet Leaders“ an Börse gelistet. Auch Jochen Krisch, Handelsexperte und Gründer des Branchenblogs Exciting Commerce, hat mit „Global Online Retail“ ein eigenes Finanzvehikel am Start. Beide Fonds brachten es auf die vergangenen drei Jahre gesehen auf eine Rendite von rund 400 beziehungsweise 100 Prozent.

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