Pal Dardai: Bundesliga hat kein Problem auf internationalem Boden

Pal Dardai von Hertha BSC sieht kein Problem im schlechten Abschneiden deutscher Europapokalteilnehmer. Er macht sich Sorgen um die Jugendarbeit.

Pal Dardai von Hertha BSC sieht kein Problem der Bundesliga auf internationalem Boden. Die Pleite gegen Östersund macht ihm wenig Sorgen.

Die Bundesliga erlebte kürzlich international eine katastrophale Woche. Alle sechs deutschen Mannschaften blieben punktlos, was eine bundesweite Debatte zur Folge hatte. "Der Bundesliga fehlt im Moment leider das allerhöchste Niveau", stellte etwa TV-Experte Matthias Sammer in der Bild fest.

Im gleichen Medium widersprach nun Herthas Trainer Dardai, der selbst mit seinem Team mit 0:1 gegen Östersund verlor: "Von der Athletik und taktischen Disziplin ist das Niveau in der Bundesliga insgesamt für mich sogar einen Tick höher als früher." Dementsprechend macht sich der Ungar keine Sorgen.

Dardai nach Östersund "nicht blamiert"

"Ich fühle mich nach dem 0:1 bei Östersund auf Kunstrasen auch nicht blamiert, wir haben unsere Torchancen zu Beginn nicht genutzt, haben einen unglücklichen Handelfmeter gegen uns bekommen, einen eigenen Handelfmeter nicht und haben es dann gegen diesen Gegner nicht geschafft, mindestens ein Tor zu erzielen", so Dardai.

Gegen Athletic Club aus Bilbao am ersten Spieltag habe die Hertha ein gutes Spiel gemacht: "Wir haben mit unserem Kader die letzten zwei Jahre über den Ansprüchen und mit hoher Qualität gespielt. Jetzt hatten wir nach fast acht Jahren zwei internationale Spiele, die wir beide hätten gewinnen können."

Straßenfußballer fehlen in Deutschland

Dardai sieht vielmehr ein Problem in der Jugendarbeit kommen: "Die vielen Straßenfußballer, die Tag und Nacht kicken, sich die tollsten Tricks aneignen, werden immer seltener. Durch die moderne Technik wie Internet, Handy, Playstation, X-Box gibt es heutzutage viele Ablenkungen, viel mehr als früher – so gibt es immer weniger technische Ausnahmespieler."

Dabei würden genau diese dringend gebraucht: "Wir Trainer können das Spiel bis zwanzig Meter vor das gegnerische Tor lenken, versuchen, den Spielern zu zeigen, wo die Räume sind. Dann wird es eng und es ist auch die individuelle Qualität der Spieler gefragt."