Palästinensischer Ministerpräsident zu Konsultationen im Gazastreifen

Der palästinensische Ministerpräsident Rami Hamdallah ist erstmals seit zwei Jahren in den von der radikalislamischen Hamas kontrollierten Gazastreifen gereist

Der palästinensische Ministerpräsident Rami Hamdallah ist erstmals seit zwei Jahren in den von der radikalislamischen Hamas kontrollierten Gazastreifen gereist. "Die Regierung beginnt heute mit der Ausübung ihrer Aufgaben in Gaza", erklärte Hamdallah am Montag bei einer Pressekonferenz. Der Besuch soll der erste bedeutende Schritt hin zu einer palästinensischen Einheitsregierung sein. Am Montag sind Gespräche mit Vertretern der radikalislamischen Hamas angesetzt.

"Wir werden wieder nach Gaza kommen, um die Teilung zu beenden und Einigkeit zu erlangen", sagte der Ministerpräsident, der von tausenden Palästinensern empfangen wurde. Als Priorität gab Hamdallah an, "das Leid der Menschen in Gaza zu lindern".

Am Nachmittag traf Hamdallah Hamas-Chef Ismail Hanija und den Regionalchef der Miliz im Gazastreifen, Jahia Sinwar. Am Dienstag sollte Hamdallah außerdem den Vorsitz bei einer Sitzung des palästinensischen Kabinetts führen.

Auf Druck Ägyptens hatte sich die Hamas nach jahrelangem Streit mit der Fatah von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas kürzlich zu Gesprächen über eine Einheitsregierung sowie zu Neuwahlen bereit erklärt. Die Hamas kontrolliert seit zehn Jahren den Gazastreifen. Seither hat sich die Lage in dem von Israel abgeriegelten Küstenstreifen verschärft. Auch die Grenze zu Ägypten ist seit Jahren weitgehend dicht.

Zu den Hauptproblemen im Gazastreifen zählen laut UNO die hohe Jugendarbeitslosigkeit, der Trinkwassermangel und eine schlechte Gesundheitsversorgung. Auch die Stromversorgung ist extrem eingeschränkt. Die Hamas wird von Israel, den USA und der EU als Terrororganisation eingestuft.