Palästinensischer Demonstrant bei Protesten in Gaza erschossen

Ein palästinensischer Demonstrant ist am Freitag bei Zusammenstößen mit israelischen Soldaten an der Grenze des Gazastreifens erschossen worden

Ein palästinensischer Demonstrant ist am Freitag bei Zusammenstößen mit israelischen Soldaten an der Grenze des Gazastreifens erschossen worden. Die tödlichen Schüsse auf den 25-Jährigen seien von einem israelischen Soldaten abgegeben worden, teilten die palästinensischen Behörden mit. 54 weitere Demonstranten wurden nach Angaben der Hilfsorganisation Roter Halbmond durch Schüsse verletzt. Mehrere tausend Palästinenser hatten sich seit dem Morgen zu Massenprotesten an der Grenze des Gazstreifens zu Israel versammelt.

Bereits vor Beginn der Proteste hatten israelische Soldaten einen Palästinenser getötet, der sich dem Grenzzaun genähert hatte. Wie das Gesundheitsministerium in Gaza mitteilte, wurde ein 27-jährige Bauer in der Nähe von Chan Junis im Süden des Palästinensergebiets durch Artilleriebeschuss getötet. Ein weiterer Bauer sei verletzt worden. Nach Angaben von Augenzeugen hatte der Bauer auf seinem Land nahe der israelischen Grenze gearbeitet.

Anlass für den Protest ist der sogenannte "Tag des Bodens" am 30. März, der an die gewaltsame Niederschlagung von Protesten arabischer Bauern gegen die Enteignung ihres Landes im Norden Israels im Jahr 1976 erinnert. Nach Schätzungen von AFP-Korrespondenten versammelten sich mindestens 10.000 Palästinensern an verschiedenen Punkten der Grenze zwischen dem Gazastreifen und Israel.

Israel hatte die geplanten Proteste am Donnerstag als "Provokation" bezeichnet und angekündigt, von seinem "Recht auf Selbstverteidigung" Gebrauch zu machen. Das Militär wurde angewiesen, die Demonstranten unbedingt daran zu hindern, den Grenzzaun zu überwinden. An der Grenze wurden Panzer und Scharfschützen postiert.