Palästinenser bei Zusammenstößen mit israelischer Armee im Westjordanland getötet

Zerstörtes Haus des Palästinensers mit Verbindungen zur Hamas

Bei schweren Zusammenstößen zwischen Palästinensern und israelischen Sicherheitskräften im von Israel besetzten Westjordanland ist am Donnerstag ein Palästinenser getötet worden. Der 19-Jährige sei von israelischen Soldaten erschossen worden, berichteten palästinensische Medien. Sieben weitere Menschen seien verletzt worden. Laut der offiziellen palästinensischen Nachrichtenagentur Wafa wurden die Ausschreitungen ausgelöst, als die israelische Armee das Haus eines Palästinensers mit Verbindungen zur radikalislamischen Hamas in der nördlichen Stadt Dschenin zerstörte.

Nach Angaben von Augenzeugen bewarfen palästinensische Jugendliche die israelischen Streitkräfte mit Steinen. Die Soldaten hätten "eine Reihe bewaffneter Terroristen identifiziert, die Sprengkörper warfen" und das Feuer erwidert, um "die Gefahr zu beseitigen", erklärte die israelische Armee. Bereits am Mittwoch war ein palästinensischer Jugendlicher bei Zusammenstößen mit israelischen Streitkräften in Hebron getötet worden.

Als Reaktion auf den wiederholten Beschuss aus dem Gazastreifen griff die israelische Luftwaffe unterdessen erneut Ziele der radikalislamischen Hamas an. Israelische Kampfjets hätten "Terrorziele der Hamas im gesamten Gazastreifen" angegriffen, erklärte die israelische Armee am Donnerstag. Demnach wurden im Vorfeld der Luftangriffe mehrere Geschosse sowie Ballons mit Sprengsätzen aus dem Palästinensergebiet auf den israelischen Staat abgefeuert.

Palästinensischen Sicherheitskreisen und Augenzeugen zufolge trafen die israelischen Angriffe Ziele nördlich des Flüchtlingslagers Al-Schati in der Nähe von Gaza-Stadt und einer Hamas-Einrichtung im südlichen Gazastreifen. Den Berichten nach wurde niemand verletzt.

Seit der Präsentation des Nahost-Plans durch US-Präsident Donald Trump vor mehr als einer Woche attackierten militante Palästinenser im Gazastreifen den Süden Israels fast täglich mit Raketen, Mörsergranaten oder Brandballons. Israel reagierte seinerseits mit Vergeltungsschlägen.

Trumps Nahost-Plan sieht eine "realistische Zwei-Staaten-Lösung" mit Jerusalem als "ungeteilter Hauptstadt" Israels vor. Die Palästinenser sollen dem Plan zufolge unter Bedingungen die Möglichkeit erhalten, einen eigenen Staat zu gründen - allerdings ohne das strategisch und wirtschaftlich wichtige Jordantal im Westjordanland und ohne Ost-Jerusalem als Hauptstadt. Die Palästinenser hatten Trumps Plan umgehend abgelehnt.