Palästinenser setzen Protestaktionen im Gazastreifen fort

Palästinensische Demonstranten im Gazastreifen haben am Samstag ihre Protestaktionen an der Grenze zu Israel fortgesetzt

Palästinensische Demonstranten im Gazastreifen haben am Samstag ihre Protestaktionen an der Grenze zu Israel fortgesetzt. Sie versammelten sich in einem Zeltcamp, um die Proteste für ein "Recht auf Rückkehr" nach Israel den zweiten Tag in Folge weiterzuführen. Zum Auftakt der Demonstrationen war es am Vortag zu blutigen Zusammenstößen zwischen Protestteilnehmern und israelischen Sicherheitskräften gekommen, bei denen 16 Palästinenser getötet wurden.

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas erklärte den Samstag zum nationalen Tag der Trauer. Er machte Israel für die Todesfälle verantwortlich. "Die große Zahl von Märtyrern und Verwundeten bei friedlichen Protesten zeigt, dass die internationale Gemeinschaft einschreiten muss, um unser palästinensisches Volk zu schützen", sagte Abbas.

Ein israelischer Armeesprecher sagte hingegen, es habe sich "nicht um eine Protestkundgebung" gehandelt, sondern um "organisierte terroristische Aktivitäten".

Am Samstag wurden im Gazastreifen die ersten der Getöteten zu Grabe getragen. Trauernde schwenkten palästinensische Fahnen und skandierten "Rache!".

Der Freitag war mit 16 getöteten Palästinensern der blutigste Tag im Gazastreifen seit 2014. Zehntausende Palästinenser hatten am "Tag des Bodens" im Gazastreifen für ein "Recht auf Rückkehr" nach Israel demonstriert und an der Grenze zu Israel demonstriert.

Der "Tags des Bodens" erinnert an die gewaltsame Niederschlagung von Protesten arabischer Bauern gegen die Enteignung ihres Landes im Norden Israels am 30. März 1976. Die jetzigen Proteste sollen sechs Wochen dauern, bis Mitte Mai. Offiziell werden sie von der Zivilgesellschaft organisiert, sie werden aber von der radikalislamischen Hamas unterstützt, die im Gazastreifen an der Macht ist.

Israel hatte das Grenzgebiet im Vorfeld der Proteste zur militärischen Sperrzone erklärt. Aus Sorge vor einem Massenausbruch über die Grenze beorderte die Regierung zusätzliche Soldaten in das Gebiet, darunter auch zahlreiche Scharfschützen.