Palästinenser entdeckt antikes Familiengrab in seinem Garten im Gazastreifen

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Abdul Karim al-Kafarnah am Fundort

Ein Palästinenser im Gazastreifen hat im Garten seines Hauses eine antike Familien-Grabstätte entdeckt. Auf die Spur kam Abdul Karim al-Kafarnah dem Grab, als er Regenwasser in einem Loch verschwinden sah: Am Fuße bislang unbekannter Treppenstufen hinter einem schweren Steinblock stieß der 24-jährige Palästinenser aus Beit Hanun auf den unterirdischen Friedhof. Als er den Stein weggräumt habe, sei ein "starker Geruch" aufgestiegen, sagte al-Kafarnah.

Neun Gräber, vermutlich aus römischer Zeit, kamen zum Vorschein. In einigen fanden sich Knochen, aber auch Grabbeigaben wie Töpferware und eine Laterne. Aiman Hassuna, Archäologe im Gazastreifen, schätzt das Alter der Gräber auf bis zu 2000 Jahre. Sie könnten aber auch noch bis in byzantinische Zeit, zwischen dem fünften und siebten Jahrhundert n.Chr. in Benutzung gewesen sein.

Laut Archäologin Jodi Magness von der Universität North Carolina sind derartige Grabstätten in der Region in der Zeit von 100 v.Chr. bis 100 n.Chr. und wieder zwischen dem dritten und fünften Jahrhundert n.Chr. nichts Ungewöhnliches. Diese Art Familiengräber seien "typisch", gelegentlich hätten sich mehrere Familien solche großen Gräber geteilt. Gaza war in römischer und frühbyzantinischer Zeit ein blühender Hafen und Handelsplatz.