Palästinenser bei Einsatz des israelischen Militärs im Westjordanland getötet

Beerdigung eines getöteten Palästinensers in Jericho (AFP/ABBAS MOMANI) (ABBAS MOMANI)

Bei einem Einsatz der israelischen Armee im besetzten Westjordanland ist am Mittwoch ein Palästinenser getötet worden. Wie die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa unter Berufung auf Krankenhausangaben berichtete, starb der 21-Jährige durch einen Kopfschuss. Drei weitere Palästinenser seien bei den Zusammenstößen in Dschenin im Norden des Palästinensergebiets verletzt worden.

Die israelische Armee bestätigte auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP einen "Anti-Terror-Einsatz" in Dschenin. Zu möglichen Opfern äußerte sie sich zunächst nicht.

Die Spannungen zwischen Israelis und Palästinensern hatten sich in den vergangenen Wochen erheblich verschärft. Seit dem 22. März wurden bei mehreren Anschlägen auf Israelis 14 Menschen getötet. Bei Einsätzen der israelischen Sicherheitskräfte wurden nach AFP-Informationen 26 Menschen getötet, unter ihnen mehrere Attentäter.

Wegen der Anschläge hat Israel einen Großeinsatz im Westjordanland gestartet, der sich vor allem auf die Gegend um Dschenin und das angrenzende Flüchtlingslager konzentriert. Am Dienstag hatten israelische Soldaten bei einem Einsatz in einem anderen Flüchtlingslager nahe der Stadt Jericho einen 20-jährigen Palästinenser getötet, ebenfalls durch einen Kopfschuss.

Zu heftigen Zusammenstößen war es zuletzt auch rund um den Jerusalemer Tempelberg gekommen. Bei den Auseinandersetzungen zwischen palästinensischen Demonstranten und der israelischen Polizei wurden zahlreiche Menschen verletzt.

Wegen der Spannungen wird eine weitere Eskalation des Nahost-Konflikts befürchtet. Im vergangenen Jahr hatten Unruhen in Ost-Jerusalem zu einem elftägigen bewaffneten Konflikt zwischen der israelischen Armee und militanten Palästinenserorganisationen aus dem Gazastreifen geführt.

mid/noe

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