Pakistanischer Justizminister tritt wegen Islamisten-Protesten zurück

Polizeieinheiten in Islamabad

Nach den gewaltsamen Protesten von Islamisten ist der pakistanische Justizminister zurückgetreten. Zahid Hamid habe bei Premierminister Shahid Khaqan Abbasi seinen Rücktritt eingereicht, um das Land aus der Krise zu führen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur APP am Montag. Mit seinem Rücktritt erfüllt Hamid eine wesentliche Forderung der islamistischen Demonstranten, die seit Wochen eine Hauptverkehrsachse besetzten.

Am Samstag hatten sich in der Hauptstadt Islamabad islamistische Demonstranten und Sicherheitskräfte gewaltsame Auseinandersetzungen geliefert. Polizei und Paramilitärs hatten zuvor vergeblich versucht, einen seit Anfang November andauernden Sitzstreik von rund 2000 Islamisten auf einer der Hauptverkehrsachsen in Islamabad aufzulösen. Die Sicherheitskräfte stießen auf heftigen Widerstand der Demonstranten, die Fahrzeuge anzündeten und Steine warfen. Die Protestbewegung erhielt am Sonntag weiteren Zulauf.

Der Protest richtet sich gegen eine Abmilderung des Eids, den Kandidaten für Wahlen leisten müssen. Justizminister Zahid Hamid zog die Änderung wegen der Proteste rasch zurück. Doch die Islamisten stuften das Vorhaben als Gotteslästerung ein - ein extrem heikler Vorwurf in Pakistan, der in dem Land schon mehrfach zu tödlicher Gewalt führte.