Pakistan wartet zwei Tage nach Parlamentswahl weiter auf Ergebnis

Anhänger der Partei PTI feiern ihren vermeintlichen Sieg

Pakistan wartet auch zwei Tage nach Schließung der Wahllokale weiter auf ein endgültiges Ergebnis der Parlamentswahl. Nach Angaben der Wahlkommission waren am Freitag mehr als 80 Prozent der Stimmen ausgezählt. Grund für die Verzögerung sei eine neue, zuvor nicht getestete Software. Die Behörde kündigte noch für Freitag ein endgültiges Wahlergebnis an.

Nach den bisherigen Auszählungen liegt der ehemalige Cricketstar Imran Khan mit seiner Partei Tehreek-e-Insaf (PTI) vorne. Die PTI kommt laut Wahlkommission bisher auf 109 Parlamentssitze. Für eine absolute Mehrheit in der Nationalversammlung wären 137 Sitze nötig. Khan beanspruchte den Sieg bereits am Donnerstag für sich: "Wir waren erfolgreich und wir haben ein Mandat bekommen", sagte er in Islamabad.

Die bisherige Regierungspartei PML-N vom inhaftierten Ex-Premierminister Nawaz Sharif wies das Wahlergebnis bereits zurück und kündigte an, rechtlich dagegen vorgehen zu wollen. Auch andere Parteien sprachen von Wahlbetrug, darunter die Pakistan Peoples Party (PPP). Deren Vorsitzender Bilawal Bhutto Zardari kritisierte, dass Parteienvertreter nicht als Wahlbeobachter zugelassen gewesen seien.

Internationale Wahlbeobachter, darunter eine Delegation der EU, werden erste Bewertungen der Stimmabgabe voraussichtlich am Freitag abgeben.

Die Parlamentswahl im Atomstaat Pakistan war trotz massiver Sicherheitsvorkehrungen von Gewalt überschattet worden. Bei einem Selbstmordattentat am Eingang eines Wahllokals in der Stadt Quetta in der Provinz Baluchistan wurden 31 Menschen getötet. Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) beanspruchte die Tat für sich. Bei einem weiteren Vorfall in Baluchistan war zuvor ein Polizist getötet worden, als eine Handgranate auf ein Wahllokal geworfen wurde.