Pakistan: ICOs und Kryptowährungen doch erlaubt

Lars Sobiraj
Pakistan

Aufatmen in Südasien: Im Gegensatz zu den kürzlich gestreuten Gerüchten hat die Zentralbank von Pakistan den landeseigenen Banken nicht verboten, mit ICOs oder Kryptowährungen zu handeln. Wohl aber warnt man sehr deutlich vor den Risiken, die damit einhergehen. Auch im Nachbarland Indien hat es entgegen vergleichbarer Nachrichten kein solches Verbot gegeben.

Die Zentralbank von Pakistan ist in einer Pressemitteilung vom 6. April auf das Gerücht eingegangen, dass den Banken des Landes der Handel mit ICOs und Kryptowährungen verboten sei. Im Statement wird klar ausgeführt, dass keine der Digitalwährungen offiziell anerkannt oder von der Zentralbank lizenziert wurde. Das allerdings schließt kein Verbot mit ein. Man habe aber allen Wechselstuben, Mikrofinanz-Instituten und sonstigen Geldhäusern des Landes geraten, für ihre Kunden keine Transaktionen von Kryptowährungen durchzuführen.

Im Folgenden führt man die altbekannten Argumente gegen jegliche Digitalwährungen vor. Sie seien in Bezug auf ihren Kurs volatil und außerdem drohen Besitzern von digitalen Wallets Angriffe von Hackern. Zudem warnt man davor, dass künftig gesetzliche Interventionen gegen Online-Handelsplätze folgen könnten, die möglicherweise zu deren Schließung führen. Gewarnt wird auch mal wieder vor Pyramidensystemen und unrealistischen Gewinnversprechungen, mit denen Anleger in die Falle gelockt werden. Im PDF-Dokument ist allerdings nicht von einem Verbot des Handels mit Token aus ICOs oder von Kryptowährungen die Rede.

Entwarnung in Pakistan und Indien

Die Pressemitteilung kam genau zur rechten Zeit. Im Nachbarland hatten sich ebenfalls Mitteilungen hartnäckig gehalten, dass die indischen Behörden den Handel mit Krypto-Produkten untersagen würden. Manche Händler hatten sich schon findige Auswege einfallen lassen, um das Verbot zu umgehen. Ursache war eine mehrdeutige Mitteilung der indischen Zentralbank mit Sitz in Neu-Delhi. Die Reserve Bank of India (RBI) gab nun bekannt, der Handel mit Kryptowährungen sei zwar nicht verboten. Allerdings will man innerhalb der nächsten drei Monate die Zusammenarbeit mit allen Geldhäusern einstellen, die weiterhin im Auftrag ihrer Kunden mit jeglichen Coins handeln. Von daher ist davon auszugehen, dass die indischen Banken kurz- bis mittelfristig auf dieses Geschäftsfeld verzichten werden.

Zu diesem Zweck gibt es aber die Online-Handelsplätze, bei denen man das Guthaben weiterhin auf das eigene Girokonto überweisen kann. Das Ultimatum kommt wenig überraschend, wenn man sich die vielen Warnungen der Zentralbank RBI anschaut. Dort wurde in den letzten Monaten gebetsmühlenartig vor einem mangelnden Verbraucherschutz, einer Gefährdung der Marktintegrität, der vielfachen Steuerhinterziehung und vielem mehr gewarnt. Was beide Nationen dringend benötigen, wären eindeutige Regeln, die die Regierungen der Staaten leider noch nicht festgelegt haben. Dann wäre ein Ultimatum der jeweiligen Zentralbank oder ein Verbot auch gar nicht mehr notwendig.

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