Das Paketgeschäft boomt – die Bilanz der Deutschen Post in der Blitzanalyse

Der wachsenden Internethandel treibt auch den Gewinn der Deutschen Post auf neue Höhen. Die Expansion hat sich ausgezahlt.


Der Bonner Logistikkonzern hat am Dienstag seinen Jahresabschluss vorgelegt. Die wichtigsten Fakten.

  • Das Ergebnis liegt mit 3,74 Milliarden Euro (Ebit) im Plan. Großer Gewinnbringer dabei der E-Commerce mit 1,5 Milliarden Euro
  • Der Umsatz kletterte dank des boomenden Onlinehandels um 5,4 Prozent auf 60,4 Milliarden Euro
  • Neue Bilanzierungsregeln für das Leasing bescheren 150 Millionen Euro Sonder-Ebit
  • Postchef Frank Appel sieht den Postkonzern auf dem richtigen Weg durch die „konsequente Ausrichtung auf den dynamischen E-Commerce Markt“

Für die Deutsche Post zahlt sich das boomende Geschäft in Onlinehandel aus. Umsatz und Gewinn steigen wie geplant erneut und Postchef Appel ist zuversichtlich, vor allem den Gewinn in den kommenden Jahren weiter deutlich steigern zu können.

Das fällt positiv auf

Rekord im Paketgeschäft: Die Post hat im vergangenen Jahr 1,3 Milliarden Pakete allein in Deutschland transportiert. Das sind 7,8 Prozent mehr als im Vorjahr und ein neuer Rekord. Damit profitiert der Konzern wie schon in den Vorjahren vom boomenden Onlinehandel. Positiv wirkte sich auch der Ausbau der Paketinfrastruktur in den anderen Ländern Europas aus. Parcel Europa hat seine Aktivitäten auf Bulgarien, Irland, Kroatien und Rumänien ausgeweitet und ist nun in 26 Ländern einschließlich Deutschland aktiv. Der Umsatz in diesem Geschäftsbereich – Post, E-Commerce, Parcel – kletterte 2017 um 6,4 Prozent auf 18,2 Milliarden Euro.

Das fällt negativ auf

Pensionsverpflichtungen belasten: Der Cashflow  des Konzerns, der für die weitere Finanzierung der steigenden Investitionen wichtig ist, war im vergangenen Jahr durch Sonderfaktoren belastet. In Großbritannien mussten Pensionsverpflichtungen in einer Größenordnung von knapp 500 Millionen Euro ausfinanziert werden. Schon im Vorjahr musste in Deutschland eine Milliarde Euro in die Pensionen gesteckt werden. Unterm Strich lag der Free Cashflow bei 1,9 Milliarden Euro. Für das laufenden Jahr soll er auf 1,5 Milliarden sinken, so die Prognose.

Was jetzt passiert

Bis 2020 fünf Milliarden Euro Gewinn: Schon in diesem Jahr will die Post das Konzern-Ebit auf 4,15 Milliarden Euro steigern, für 2020 sind mehr als fünf Milliarden angepeilt. Und der Postchef Apel ist sich sicher, dass das Bonner Unternehmen seinen Zielen erneut einen „großen Schritt“ entgegen gekommen ist.