Nach JHV-Kritik: Packing-Fettnäpfchen für Hoeneß

Uli Hoeneß vom FC Bayern München kritisierte kürzlich das Datenerfassungsmodell Packing. Dessen Gründer Stefan Reinartz schlägt nun zurück – und hat den idealen Trumpf in der Tasche.

Uli Hoeneß vom FC Bayern München witzelte über Packing

“Packing! Ich dachte früher immer, unerlaubte Befreiung beim Eishockey gibt Bully. Heute heißt das Packing, wenn der Ball nach vorne geschlagen wird und nirgendwo ankommt”, sagte Hoeneß auf der Jahreshauptversammlung des FC Bayern.

Im Rahmen der Veranstaltung des deutschen Rekordmeisters sicherlich auch ein wenig scherzhaft gemeint vom Präsidenten und in dieser Darstellung übertrieben. Trotzdem hat die Äußerung im Lager der Packing-Befürworter für Stirnrunzeln gesorgt.

Hoeneß meckert, Brazzo testet

Stefan Reinartz, einst selbst Profi und der Macher hinter dem Modell, antwortete über die Bild umgehend: “Wir haben die Äußerungen von Uli Hoeneß mit Amüsement zur Kenntnis genommen.” Das hat einen ganz besonderen Grund.

“Vor allem vor dem Hintergrund, dass Brazzo Salihamidzic gerade unser Packing-System testet und sich für neue Methoden interessiert. Wir würden uns freuen, Uli Hoeneß zu überzeugen, dass es nicht darum geht, Bälle durch die Gegend zu bolzen”, lässt der 28-Jährige ausrichten.

Packing bald beim FC Bayern?

Somit ein kleines Fettnäpfchen für Hoeneß. Sollte Sportdirektor Salihamidzic das Packing für erfolgsversprechend halten, dürfte sich Hoeneß wohl bald trotz aller Scherze mit dem Analyse-Tool auseinandersetzen. Und vielleicht findet er gar Gefallen daran.

Im Packing werden Pässe bewertet. Es geht darum, festzustellen, an wie vielen gegnerischen Spielern der Pass eines eigenen Spielers vorbeirollte. Passt der Innenverteidiger erfolgreich zum Stürmer, hat er wahrscheinlich mehr Spieler überspielt als wenn der Mittelfeldspieler zum Stürmer passt.