Nach P2 beim F1-Debüt: Magnussen erwartete, um den Titel zu kämpfen

Juliane Ziegengeist
·Lesedauer: 3 Min.

Nach sieben Jahren beendete Kevin Magnussen seine Formel-1-Karriere mit der Saison 2020. Weil sich Haas von ihm trennte und sich auch sonst keine attraktive Option für den Dänen ergab, kehrte er der Königsklasse den Rücken.

Seinen größten Erfolg feierte Magnussen ausgerechnet bei seinem allerersten Rennen 2014. Mit McLaren fuhr der damals 21-Jährige beim Grand Prix von Australien als Zweitplatzierter aufs Podest. Ein vielversprechendes Debüt, das hohe Erwartungen schürte - vor allem bei Magnussen selbst, wie er rückblickend erzählt.

"Es ist schwer zu wissen, wie sich die Dinge entwickeln werden", räumt der ehemalige Haas-Pilot im Gespräch mit 'Motorsport.com' ein, um dann zu verraten: "Ich muss sagen, als ich meine Formel-1-Karriere 2014 in Melbourne begann, hatte ich ziemlich hohe Erwartungen. Ich dachte, dass ich in meinem ersten Jahr nach diesem ersten Rennen um die Meisterschaft kämpfen würde."

Magnussen: "Genießen, solange es andauert"

Doch es kam anders. Magnussen beendete die Saison als Elfter in der Gesamtwertung, 329 Punkte hinter Weltmeister Lewis Hamilton. An den zweiten Platz in Melbourne kam er während seiner restlichen Formel-1-Laufbahn bei Renault und Haas nicht mehr heran. Seine nächstbeste Platzierung war ein fünfter Rang.

"Man kann nie vorhersagen, wie die Dinge in der Formel 1 laufen werden", sagt der 28-Jährige heute. "Man muss einfach sein Bestes geben und es genießen, solange es andauert."

Schon nach seiner Debütsaison machte Magnussen die Erfahrung, dass es schneller vorbei sein kann, als man denkt. Er beendete das Jahr damals mit der Ungewissheit, ob er weiter für McLaren fahren würde, da das Team überlegte, ihn oder Jenson Button fallen zu lassen, um Platz für die Ankunft von Fernando Alonso zu schaffen.

Mit sich und der Formel-1-Karriere im Reinen

Es sei "eine große Aufgabe", sich als Rookie einer solchen Ungewissheit zu stellen, sagt der Däne. Groll hegt er deshalb nicht - auch wenn er in seiner zweiten Saison auf die Ersatzbank verbannt wurde und keine Rennen bestritt. "Ich kann mich nicht beschweren. Ich bin dankbar für die Chance, die McLaren mir als Rookie gegeben hat."

"Ich dachte damals, ich würde mit Force India in die Formel 1 kommen", blickt er zurück. "Das war fast eine beschlossene Sache, das war meine Erwartung und das, was McLaren mir sagte, dass sie mich bei Force India unterbringen würden."

In Abu Dhabi fuhr Magnussen seinen vorerst letzten Formel-1-Grand-Prix

In Abu Dhabi fuhr Magnussen seinen vorerst letzten Formel-1-Grand-Prix<span class="copyright">Motorsport Images</span>
In Abu Dhabi fuhr Magnussen seinen vorerst letzten Formel-1-Grand-PrixMotorsport Images

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"In letzter Minute änderte sich das, und sie setzten mich zu McLaren. Es war auch eine sehr hektische Zeit rund um mein Debüt, aber am Ende des Tages bin ich glücklich damit, wie sich die Dinge entwickelt haben." Zwar könne man immer zurückblicken und Dinge finden, die man vielleicht anders gemacht hätte, "aber am Ende des Tages habe ich eine Karriere in der Formel 1 gemacht".

Magnussen weiß: "Nicht viele Leute haben die Möglichkeit dazu. Als junges Kind, das von der Formel 1 träumt, ist es ein Traum, der sich nur schwer realisieren lässt. Ich habe es geschafft und bin dankbar und froh, die Chance bekommen zu haben."

Auf die Frage, ob es eine große Entscheidung gäbe, die er anders treffen würde, wenn er noch einmal die Gelegenheit dazu hätte, antwortet der ehemalige Formel-1-Pilot: "Ja, aber ich werde mich nicht unnötig damit aufhalten. Es ist, wie es ist, und ich bin zufrieden damit, wie sich die Dinge entwickelt haben."

Mit Bildmaterial von LAT.