Oxfam-Skandal: Vorwürfe bereits 2011 bestätigt

Der ehemalige Haiti-Chef der Hilfsorganisation Oxfam hat sich in einem internen Untersuchungsbericht über den Sex-Skandal selbst schwer belastet. Der Niederländer Roland van Hauwermeiren räumte darin bereits im Jahr 2011 ein, Prostituierte in seine von Oxfam gestellte Unterkunft in Haiti eingeladen und für Sex bezahlt zu haben.

Dem Niederländer und weiteren Oxfam-Mitarbeitern wurden damals neben sexueller Ausbeutung auch Belästigung und Einschüchterung vorgeworfen. Alle acht Beschuldigten haben das Unternehmen bereits verlassen, van Hauwermeirenbereits im Jahr 2011.

Oxfam International begründete die Veröffentlichung der Vorwürfe damit, innerhalb des verursachten Vertrauensverlustes größtmögliche Transparenz schaffen zu wollen. Die Organsisation bekenne sich "unmissverständlich zu ihrer moralischen Verantwortung". Man werde sich in den kommenden Tagen mit der haitianischen Regierung treffen, um sich für die Fehler der Vergangenheit zu entschuldigen.

Die Mitarbeiter von Oxfam waren dienstlich in Haiti, um nach dem schweren Erdbeben von 2010 Nothilfe zu leisten. Die britische Oxfam-Vizechefin Penny Lawrence war infolge des Skandals in der vergangenen Woche zurückgetreten. Auch Ärtze ohne Grenzen und die UN-Flüchtlingsorganisation International Rescue Commitee hatten zuletzt "sexuelles Fehlverhalten" in den eigenen Reihen eingeräumt.