Neue Nummer 1! Ovtcharov knackt China-Dominanz

Dimitrij Ovtcharov ist ab Januar die Nummer eins der Tischtennis-Weltrangliste

Weltcupsieger Dimitrij Ovtcharov ist ab Januar als zweiter Deutscher nach Timo Boll die Nummer eins der Tischtennis-Weltrangliste.

Der 29-Jährige rückt durch seinen Einzug ins Viertelfinale des World-Tour-Jahresfinales in Astana vom dritten Platz an die Spitze vor und löst damit Chinas Olympiasieger und Weltmeister Ma Long ab, der seit März 2015 das Ranking anführt.

Ovtcharov vollzog den Machtwechsel in Kasachstan durch einen schwer erkämpften 4:3 (10:12, 11:6, 12:14, 11:6, 9:11, 11:9, 11:5)-Achtelfinalerfolg gegen den japanischen Weltranglistenachten Koki Niwa. Er wird der erste nicht-chinesische Spitzenreiter im Computer-Ranking seit dem Ende von Bolls dritter "Regentschaft" im März 2011 sein.

Boll erster Deutscher als Nummer eins

Erstmals war Boll im Januar 2003 als Nummer eins der Tischtennis-Welt geführt worden und hatte die Spitzenposition im Sommer des gleichen Jahres nochmals für zwei Monate eingenommen. 

Der Sprung auf Platz eins der Weltrangliste bedeutet für Ovtcharov den größten Erfolg seiner Laufbahn nach Olympiabronze 2012 in London sowie dem Triumph beim Weltcup vor zwei Monaten in Lüttich.

Der Erfolg beim drittwichtigsten Wettbewerb nach Olympia- und WM-Turnieren war für den zweimaligen Europameister einer von insgesamt sechs Titelgewinnen im ausklingenden Kalenderjahr.

Außer in Belgien siegte Ovtcharov 2017 als erster Spieler überhaupt zum dritten Mal in Folge beim Europe Top 16 Cup sowie bei den India Open, den China Open, den Bulgaria Open und zuletzt vor Monatsfrist auch bei den German Open in Magdeburg.

Erfolgsserie ermöglicht die Sensation

Seine Erfolgsserie ermöglichte ihm zusammen mit der ab Januar greifenden Reform der Weltrangliste zugunsten häufig spielender Profis die Übernahme der Führungsposition.

In Astana wartet Ovtcharov in der Runde der besten Acht auf den Sieger des Duells zwischen Japans erst 14 Jahre altem "Wunderkind" Tomokazu Harimoto und Lokalmatador Kirill Gerassimenko vom Bundesligisten TTC Grenzau.

Neben der künftigen Nummer eins steht bei den Grand Finals auch Rekordeuropameister Boll (Düsseldorf) im Viertelfinale. Ein Duell der beiden deutschen Top-5-Spieler ist wie schon zuletzt in China, beim Weltcup und in Magdeburg erst im Endspiel (Sonntag) möglich.