Overtime-Wahnsinn: DEL so spektakulär wie lange nicht

Im Halbfinale der DEL-Playoffs geht es spektakulär zur Sache

Mads Christensen feierte in München seinen Geburtstag mit dem Siegtor nach über vier Stunden, Nick Petersen beendete in Berlin die Verlängerung schon nach 23 Sekunden.

In den spannendsten Playoffs der Deutschen Eishockey Liga (DEL) seit zehn Jahren fiel die Entscheidung wieder zweimal in der Overtime - und die Favoriten machten den nächsten Schritt ins Finale. (Das Playoff-Halbfinale der DEL im Überblick)

"Ich wollte nur, dass kein Mannheimer das Tor macht", sagte Matchwinner Christensen nach dem 2:1 des Titelverteidigers EHC Red Bull München gegen Adler Mannheim mit einem Schmunzeln. Der Däne wollte sich seinen 31. Geburtstag nicht verderben lassen. 

Christensen behält die Nerven

Nach 25:30 Minuten zusätzlicher Spielzeit hatte Christensen das dritte Halbfinale beendet. Es war bereits das zehnte Spiel der diesjährigen Playoffs, das erst in der Verlängerung einen Sieger fand. 2008 hatte es zuletzt so viel Extra-Eishockey gegeben: Der Meister wurde damals sogar erst nach 13 Spielen mit Overtime gekürt. 


"Es ist spannend. So soll Eishockey in den Playoffs sein", meinte Christensen und blickte auf das vierte Duell am Mittwoch (19.30 Uhr im LIVETICKER) in Mannheim: "Dann wird es nicht einfacher."

Davon ist auch Olympiaheld Marcel Goc überzeugt. "Es sind zwei sehr gute Mannschaften auf Augenhöhe", sagte der Adler-Stürmer, "wir brauchen uns nicht zu verstecken."

Petersen verpasst Rekord knapp

Wie Titelverteidiger München gegen Mannheim führt auch DEL-Rekordmeister Eisbären Berlin gegen die Thomas Sabo Ice Tigers mit 2:1. In der Arena am Ostbahnhof war die Verlängerung aber deutlich kürzer: Petersen traf schon nach 23 Sekunden und erzielte das zweitschnellste Overtime-Tor in der DEL-Geschichte.

"Ich wollte so schnell wie möglich das Tor machen", sagte der Kanadier nach dem 4:3, "das hat geklappt." Eine gute Viertelstunde zuvor hatte der Eisbären-Stürmer noch nicht wie der umjubelte Held ausgesehen.


Nach einem Zusammenprall mit dem Nürnberger John Mitchell 76 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit hatte der 28-Jährige regungslos auf dem Eis gelegen. 

Krupp: Haben Stärken ausgespielt

"Der Check hat mich ordentlich durchgeschüttelt, aber dem Kopf geht's gut", sagte Petersen nachher, "es war auch ein Weckruf für mich." Die 15-minütige Pause bis zur Verlängerung nutzte er, um wieder auf die Beine zu kommen. Sein sechstes Playoff-Tor sicherte Berlin den fünften Sieg im fünften Heimspiel der Meisterrunde. 

Eisbären-Coach Uwe Krupp freute sich, das "wichtige dritte Spiel der Serie" gewonnen zu haben. Der ehemalige Bundestrainer betonte: "Wir wissen, dass die Spiele eng sind. Ich glaube, wir haben heute unsere Stärken ausgespielt." Am Mittwoch (ab 19.25 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVETICKER) geht es in Nürnberg weiter.