Diskriminierung? Schwimmbad löste mit Burkini-Aushang heftige Netz-Reaktionen aus

Viele muslimische Frauen fühlen sich mit einem Ganzkörperanzug im Wasser am wohlsten. (Bild: ddp Images)

Vor einem Freibad in der oberösterreichischen Stadt Leonding sorgte ein Aushang für Wut. Darauf zu sehen: Muslimas mit Ganzkörperschwimmanzügen, sogenannten „Burkinis“. Das Bad wollte seine Gäste für die muslimische Bekleidung sensibilisieren, weil es Beschwerden über badende Frauen in Burkinis gegeben hatte. Ein ehemaliger Grünen-Politiker machte die Aktion jetzt öffentlich.

„Unser Bademeister wurde laufend in Diskussionen verwickelt”, so Leondings Bürgermeister Walter Brunner (SPÖ) zum Onlinemagazin „Krone.at“. Darum habe man die Info aufgehängt. Die Aufregung könne er allerdings nicht nachvollziehen. „Es ist in den Vorschriften klar geregelt, dass man nur mit Badebekleidung ins Wasser darf – und ein Burkini ist eben eine Badebekleidung,“ erklärte Brunner.

Das von Efgani Dönmez gepostete Facebook-Foto zeigt jenes Schild, an dem sich nun die Gemüter erhitzen. Unter den Bildern dreier Burkini-tragender Frauen folgt eine Erklärung zu den angeblichen Beweggründen der Trägerinnen und ein Hinweis zur Gleichstellung vom Schwimmbad selbst: „Um die Gleichbehandlung der Badegäste zu wahren, ist, wie auch in anderen Freibädern Österreichs, das Tragen und Schwimmen mit Burkinis, nicht verboten.“

Der Politiker Dönmez, ein ehemaliger Grüner, ist empört und kritisierte das Schild mit scharfen Worten: „Wer ist politisch für so einen Schwachsinn verantwortlich? Da versuchen uns einige krampfhaft Diskriminierung als Gleichberechtigung zu verkaufen. Mich würde es nicht wundern, wenn die SPÖ da wieder ihre Finger im Spiel hat, wenn es um falsch verstandene Toleranz gegenüber den islamistischen Bestrebungen geht, den öffentlichen Raum in ihrem Interesse zu beeinflussen.“

Efgani Dönmez galt bei den Grünen als einziger Islamkritiker. Die Partei hat er inzwischen verlassen. (Bild: AP Photo)

Mit seinem aktuellen Posting polarisiert Dönmez seine Follower. User @derSchett schrieb auf Twitter: „Niemandem wird mit dem Schild vorgeschrieben, sowas zu tragen.“ @bheinzeimaier gibt zu bedenken: „Hängen wir jetzt dann überall aus was nicht verboten ist? Werden lange Listen werden.“

Eine ältere Userin schreibt: „empfinde das nicht als diskriminierend, mehr aufklärend für unsereiner.“ Und @altagrantia fasst zusammen: „Ich [kann] da keine Diskriminierung finden! Weder wird Bukini verboten noch gibts Burkini-Zwang! Chacun á son goût !“

Neben den Temperaturen war den Freibad-Betreibern auch die Diskussion um den Aushang zu heiß: Das besagte Schwimmbad in Leonding hat den Burkini-Aushang inzwischen entfernt.