Ostermärsche 2018: Zehntausende demonstrieren

An den diesjährigen Ostermärschen haben sich nach Angaben der Organisatoren bundesweit mehrere Zehntausend Menschen beteiligt - deutlich mehr, als im Vorjahr.

Insgesamt gab es rund 100 Veranstaltungen während der Feiertage. Die größten Kundgebungen wurden am Ostermontag zum Abschluss aus Hamburg, Nürnberg, Kassel und hier Frankfurt gemeldet. Auf Transparenten wurden unter anderem ein Ende der Auslandseinsätze der Bundeswehr sowie eine Abkehr von den Aufrüstungsplänen der Atommächte gefordert.

"Man sitzt auf dem Sofa und ist unzufrieden", so eine Demonstrantin. "Man denkt, das kann nicht sein, dass so viel Aufrüstung ist, dieses sich gegenseitig aus den Botschaften rauswerfen und das Feuer mehr anfachen. Und deshalb bin ich hier".

Insgesamt sei das Interesse an den Ostermärschen deutlich größer gewesen als im Vorjahr, bilanzierte der Sprecher des zentralen Ostermarschbüros in Frankfurt, Willi van Ooyen. Dies hänge mit der Vielzahl der internationalen Konflikte zusammen, wie etwa in der Türkei und Syrien. Zugleich zeige sich auch eine stärkere Unterstützung seitens der Gewerkschaften. Unter Hinweis auf deutsche Waffenlieferungen an die Türkei sagte er: "Da darf man nicht schweigen, wenn der Krieg wieder zur Normalität wird und die bundesdeutsche Politik so tut, als habe sie nichts damit zu tun."

In Frankfurt versammelten sich nach Veranstalterangaben nach einem Sternmarsch rund 4000 Menschen und verlangten ein sofortiges Ende des türkischen Militäreinsatzes in Afrin. Die Polizei sprach dagegen von 1500 Teilnehmern.

Die Themen der bundesweiten Proteste waren regional unterschiedlich gestreut. Der Klimawandel gehörte dazu. Gefordert wurde auch, die Ursachen von Flucht und Vertreibung zu beseitigen.

Die ersten Ostermärsche fanden in Deutschland im Jahr 1960 statt. Anstöße dazu kamen aus Großbritannien. Dort gab es vor genau 60 Jahre einen Protestmarsch von London zum Atomforschungszentrum Aldermaston.