Syrien: UNO ringt um Waffenruhe - das Sterben geht weiter

In Ost-Ghouta bei Damaskus hat die syrische Regierung ihre Bombardements mit vielen Toten fortgesetzt, nur Stunden vor einem neuen Anlauf der Vereinten Nationen zu einer dringend benötigten Waffenruhe. Das Gebiet erlebt die schlimmste Angriffswelle seit Beginn des Bürgerkriegs vor fast sieben Jahren. Es liegt Luftlinie keine zehn Kilometer von dem auf einem Bergrücken angesiedelten Palast des syrischen Machthabers Baschar al-Assad vor den Toren der Hauptstadt entfernt. Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel sprach von einem "Massaker" und dem "Kampf eines Regimes nicht gegen Terroristen, sondern gegen seine eigene Bevölkerung". Seit Sonntagabend wurden mehr als 500 Zivilisten getötet, darunter mehr als 100 Kinder, berichtete die privat betriebene Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (The Syrian Observatory For Human Rights, SOHR) in Coventry, Großbritannien. Gleichzeitig seien 2.400 Menschen verletzt worden ", sagte der Direktor der Organisation, Rami Abdul Rahman. Intensive Angriffe hätten Samstag nacht Wohnviertel in Brand gesteckt. Zehn Krankenhäuser hätten wegen Zerstörungen den Betrieb einstellen müssen.

Die Angaben der NGO lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Ein Rebellenführer sagte der Deutschen Presse-Agentur, dass auch russische Jets Angriffe flögen.

Hubschrauber der syrischen Regierung würden Fassbomben über Ost-Ghouta abwerfen und damit schwere Schäden an Gebäuden anrichten. Rettungshelfer berichteten, dass die heftigen Bombardements es schwer machten, zu Verletzten vorzudringen.

Auf der anderen Seite beschossen Rebellen aus verschiedenen Bereichen

Ost-Ghutas nach Angaben der Menschenrechtler die Hauptstadt Damaskus. In den vergangenen Monaten seien durch den Beschuss von Damaskus durch Rebellen mehr als 120 Menschen gestorben,

darunter 18 Kinder. Die Städte und Siedlungen in Ost-Ghouta werden seit 2013 von der der Regierung belagert. Im vergangenen Jahr wurden Lebensmittel, Wasser und Strom knapp. Die zivilen Opferzahlen und Verwüstungen dort gehören zu den härtesten in Syrien, seit die Regierung im Jahr 2016 Rebellen-Gebiete in Aleppo erobert hat.

Die Vereinten Nationen drängen auf eine Waffenruhe für Ost-Ghouta, um den rund 400.000 dort eingeschlossenen Menschen dringend benötigte Lebensmittel bringen zu können. Der UN-Sicherheitsrat hatte ein Votum über eine mögliche Waffenruhe in Syrien am Freitagabend erneut verschoben. Der Rat will an diesem Samstag über eine entsprechende Resolution abstimmen. Twitter-Kommentare:

su mit dpa