Oscars: “Class of 2019”-Foto zeigt so viele weibliche Nominierte wie nie zuvor

Victoria Timm
Freie Autorin für Yahoo Kino
Die Oscars bemühen sich um mehr Vielfalt und Gleichberechtigung. (Bild: Robyn Beck/AFP/Getty Images)

Kurz vor der Verleihung der Academy Awards versammeln sich die Nominierten traditionell zum “Oscars Nominees Luncheon”. Das ist natürlich die perfekte Gelegenheit für ein Gruppenfoto. In diesem Jahr setzt das Event ein Zeichen für Geschlechterdiversität.

In Zeiten von Bewegungen wie MeToo und Black Lives Matter gerät auch die Hollywood-Industrie immer häufiger in die Kritik, Frauen und Minderheiten zu unterdrücken und nicht genug zu repräsentieren.

Mit ihrem diesjährigen “Class of 2019”-Gruppenfoto, das fast alle diesjährigen Oscar-Nominierten zeigt, will die Academy of Motion Picture Arts and Sciences nun zeigen, dass sie bemüht ist um mehr Vielfalt und Gleichberechtigung.


“Hier ist der Jahrgang der 91. Oscars!”

“In diesem Jahr haben wir so viele weibliche Nominierte wie nie zuvor. Wir sind noch weit von zahlenmäßiger Gleichheit entfernt und müssen natürlich noch bessere Arbeit leisten. Geschlechtergleichheit geht die ganze Industrie an, nicht nur die Academy”,sagte Oscar-Präsident John Bailey gegenüber Yahoo. “Inklusion, Vielfalt, ethnische und Gender-Gleichstellung sind nicht nur leere Schlagworte. Sie betreffen den Kern dessen, was die Academy tut.”

Dass noch ein langer Weg zur Gleichberechtigung vor der Industrie liegt, wird mit Blick auf einzelne Preiskategorien klar: In den Rubriken “Bester Film” und “Beste Regie” sind keine Regisseurinnen vertreten, obwohl etwa Marielle Hellers “Can You Ever Forgive Me?” sonst mehrfach nominiert ist.

Die auffälligsten Foto-Details

Zumindest während der Preisverleihung wird es jedoch viele Frauen zu sehen geben: Es sind bereits Auftritte von Awkwafina und Constance Wu (“Crazy Rich Asians”), Whoopi Goldberg, Jennifer Lopez, Amandla Stenberg, Tina Fey, Amy Poehler, Maya Rudolph, Tessa Thompson und Brie Larson bestätigt.

Doch auch auf dem Foto mit sage und schreibe 212 Nominierten gibt es bereits einiges zu entdecken: Viggo Mortensen (Bester Hauptdarsteller, “Green Book”) konnte sich beispielsweise eine kleine Geste nicht verkneifen:

Viggo Mortensen hob seine Hand zu einer besonderen Geste. (Screenshot : Todd Wawrychuk/A.M.P.A.S)

Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck (Bester fremdsprachiger Film/Beste Kamera, “Werk ohne Autor”) sticht mit seinen 2,05 Meter Körpergröße – und rustikalem Outfit – auch in der letzten Reihe heraus:

Der deutsche Florian Henckel von Donnersmarck sticht heraus. (Screenshot : Todd Wawrychuk/A.M.P.A.S

Schon damals in der Schule haben die coolsten Kids immer in der letzten Reihe gesessen. Ganz hinten tummeln sich auf dem Foto auch die heißesten Anwärter auf eine diesjährige Auszeichnung: Glenn Close (Beste Hauptdarstellerin, “Die Frau des Nobelpreisträgers”), Rami Malek (Bester Hauptdarsteller, “Bohemian Rhapsody”), Bradley Cooper (Bester Film/Bestes adaptiertes Drehbuch/Bester Hauptdarsteller, “A Star Is Born”) und Lady Gaga (Beste Hauptdarstellerin/Bester Song, “A Star Is Born”/“Shallow”):

Prominente in der letzten Reihe: Glenn Close und Bradley Cooper stehen ganz hinten. (Screenshot : Todd Wawrychuk/A.M.P.A.S)

Noch bunter wäre das Oscar-Gruppenbild übrigens mit den Nominierten Olivia Colman (Beste Hauptdarstellerin, “The Favourite”), Emma Stone (Beste Nebendarstellerin, “The Favourite”), Adam Driver (Bester Nebendarsteller, “BlacKkKLansman”) und Kendrick Lamar (Bester Song, “All The Stars”/“Black Panther”) geworden. Die konnten aber leider nicht bei dem feierlichen Mittagessen mit dabei sein.

Wie bei dem Event bekannt gegeben wurde, werden die 91. Oscars nach dem Eklat um Kevin Hart keinen Moderator haben. Das war zum ersten und bisher letzten Mal 1989 der Fall. Die Preisverleihung findet am 24. Februar statt.