Ortleb: So können wir Sozialdemokraten das Vertrauen der Menschen zurückgewinnen

Lennart Pfahler
Ortleb wollte in die Opposition – jetzt bekommt sie die GroKo.
  • Die 31-jährige SPD-Abgeordnete Josephine Ortleb war gegen die GroKo
  • Trotzdem hat sie in der Regierung große Ziele: Sie will mithelfen, die SPD für die Zukunft zu wappnen 

Vor fast sechs Monaten zog sie in den Bundestag ein. Joephine Ortleb, 31 Jahre alt, Sozialdemokratin.

In Saarbrücken holte die ausgebildete Restaurantfachfrau für ihre Partei das Direktmandat – und hoffte darauf, mit der SPD in der Opposition wieder zu alter Stärke zu finden. Doch es kam anders. 

Seit Sonntagfrüh steht die Entscheidung: Die SPD geht wieder in die GroKo. “Ich habe auf einen anderen Ausgang des Mitglieder-Votums gehofft”, sagt Ortleb der HuffPost.

Trotzdem will sie nun alles dafür geben, dass die zweite Regierungsbeteiligung mit der Union in Folge eine Erfolgsgeschichte wird.

“Die SPD muss drei Zukunftsfragen beantworten”

Dafür sieht Ortleb vor allem eine Chance: “Es wird jetzt wichtig, dass wir die so viel zitierte Erneuerung ernsthaft angehen und uns endlich auch um Zukunftsfragen kümmern.” 

►  Zu diesen Fragen zähle für sie zum einen die Neuordnung der Sozialpolitik. “Ich erlebe das in meiner Generation: Die jungen Leute zahlen in die Rentenkassen sein, aber haben kein Vertrauen mehr, irgendwann etwas davon rauszubekommen”, sagt die 31- Jährige der HuffPost.

Als Zweites müsse es der SPD um die Frage der Verteilung gehen: “Wie bekämpfen wir Armut?”

Und drittens: “Wie schaffen wir gleiche Chancen für alle – zum Beispiel in der Bildung?

Fehler in der Vergangenheit

Ortleb glaubt, die Misere der SPD sei vor allem durch einen Vertrauensverlust ausgelöst worden.

“Es ist das Gefühl entstanden, dass wir nicht mehr an der Seite der Menschen stehen”, sagt die Saarländerin.

Auch am Falle der Essener Tafel, den vor allem die Rechten für sich instrumentalisieren, sei das zu erkennen. Ortleb findet: “Wir müssen als Sozialdemokraten unbedingt das größere Problem beleuchten: Tafeln dürfen nicht nur...

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