Orang-Utan auf Borneo mit 130 Schüssen getötet

Mit etwa 130 Schüssen haben indonesische Bauern einen Orang-Utan getötet

Mit etwa 130 Schüssen haben indonesische Bauern einen Orang-Utan getötet. Insgesamt vier Bauern hätten die Tat gestanden, sagte der Polizeichef des Bezirks Kutai auf der Insel Borneo, Teddy Ristiawan, am Montag der Nachrichtenagentur AFP. Demnach wollten sie das Tier eigentlich nur verscheuchen, weil es die Ernte ihrer Ananas- und Palmölplantage zerstört habe.

Der von Kugeln eines Luftgewehrs durchsiebte Kadaver des Orang-Utans war vor zwei Wochen entdeckt worden. Der Menschenaffe hatte demnach auch Machetenwunden erlitten. Die mutmaßlichen Täter wurden vergangene Woche in Untersuchungshaft genommen. Ihnen drohen wegen der Tötung eines geschützten Tieres bis zu fünf Jahre Gefängnis und eine Geldstrafe von umgerechnet bis zu etwa 6000 Euro. Ein fünfter Verdächtiger sei wieder freigelassen worden, weil er erst 13 Jahre alt sei, führte Ristiawan aus.

Zuvor hatte die Polizei auf Borneo bereits zwei Arbeiter einer Kautschukplantage festgenommen, weil sie mehrere Mal auf einen Orang-Utan geschossen und das Tier dann enthauptet haben sollen. Der kopflose Kadaver des Affen war in einem Fluss an der Grenze zu Malaysia gefunden worden.

Der Borneo-Orang-Utan und der Sumatra-Orang-Utan stehen auf der Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten der Weltnaturschutzunion (IUCN). Auf Borneo ist der Bestand seit 1999 um etwa 150.000 Exemplare zurückgegangen, wie aus einer Studie hervorgeht, die das Fachblatt "Current Biology" vergangene Woche veröffentlichte. Als Hauptursache wurde die Abholzung von Wäldern für die Papierindustrie, Palmöl-Plantagen und den Bergbau genannt. Auch Wilderer stellen den Orang-Utans nach, um sie als Haustiere zu verkaufen.